Fachverlag x-technik
search
 

Schließen

PDF


„Joker“ für den CAD/CAM-Prozess

: COSCOM


Bewährtes zu erhalten, ohne dabei auf Fortschritte verzichten zu müssen, ist bei der Einführung einer neuen CAD/CAM-Prozesslösung eine große Herausforderung. Der Allradspezialist Oberaigner integrierte das ProfiCAM VM von Coscom in seine Prozessinfrastruktur – mit beeindruckender Durchgängigkeit. Neben den technologischen Aspekten im CAM-System mit modernem Postprozessorenkonzept und hoher Usability der Software stand bei der Einführung der Lösung v. a. auch der Prozessgedanke mit reibungslosem CAD-Datenaustausch zu CATIA sowie durchgängiger Datenübertragung bis an die Maschine im Fokus beim Spezialisten für Allradgetriebe.

/xtredimg/2019/Fertigungstechnik/Ausgabe279/18068/web/1-IMG_4392-CMYK.jpg
Um den Wettbewerbsvorsprung zu halten und Konzepte schnell in marktreife Produkte umzusetzen, setzt Oberaigner auf eine durchgängige Coscom Prozesslösung.

Um den Wettbewerbsvorsprung zu halten und Konzepte schnell in marktreife Produkte...

Auftragsentwicklung und -produktion von Allradsystemen, Untersetzungs-, Verteiler- und Umlenkgetriebevarianten, Differenzialsperren und anderen Komponenten des Antriebsstrangs – Oberaigner Powertrain ist stets zu Diensten, wenn es um Klein- bis Mittelserien geht. Bekanntermaßen wird das Geld in der Automobilzulieferindustrie nicht in der Entwicklung, sondern in der Fertigung verdient. Kein Wunder also, dass dort penibel auf höchste Effizienz geachtet wird. Doch muss der Stand der Methoden und Prozesse des bisher Erreichten immer wieder hinterfragt werden, alte Zöpfe müssen abgeschnitten und neue Tools eingeführt werden, wenn dies einen Nutzen verspricht – aber auch bewährte Vorgehensweisen dürfen nicht vorschnell über Bord geworfen werden. Prozessoptimierung und -vernetzung ist das Gebot. Dies hat Oberaigner Powertrain erkannt und sein singuläres CAM-System durch die moderne Virtual Maching (VM) Prozesslösung mit dem integriertem CAD/CAM-System ProfiCAM VM von Coscom ausgetauscht.

Gewohntes belassen, von Vernetzungsmöglichkeiten profitieren

„Das alte CAM-System hatte eine praxisorientierte Ausgabelogik, die mit der Einführung von ProfiCAM VM beibehalten wurde, weil sie bei Oberaigner vertraut ist“, erklärt Christian Snetivy, der seitens Coscom die Einführung von ProfiCAM VM betreut hat. „So kann der Mitarbeiter an der Maschine auf einen Blick überprüfen, ob das, was programmiert wurde, auch plausibel erscheint“, ergänzt Alexander Helmich, Leiter Prototypenfertigung und Prozessentwicklung bei der Oberaigner Group. „So ist der Maschinenbediener schnell wieder in seiner Welt, obwohl er ein neues CAM-System benutzt.“

Bei der Systemauswahl stachen neben dem Wunsch, Bewährtes so weit wie möglich zu übernehmen,
/xtredimg/2019/Fertigungstechnik/Ausgabe279/18068/web/1.jpg
Digitalisierung bis in den Shopfloor: Das CAM-Datenmanagement FactoryDIRECTOR VM mit NC-Programmverwaltung sorgt für die Datendurchgängigkeit bis an die Maschine und somit für Transparenz und Prozesssicherheit.

Digitalisierung bis in den Shopfloor: Das CAM-Datenmanagement FactoryDIRECTOR...

hohe Anforderungen beim Support und auch das außergewöhnliche Postprozessorenkonzept besonders heraus. „In Summe haben wir uns fünf verschiedene CAM-Systeme angesehen. Bei der Präsentation vor Ort hat sich herausgestellt, dass insbesondere die Postprocessing-Ergebnisse der Mitstreiter nicht zufriedenstellend waren. Nur die Präsentation von ProfiCAM VM war in technischer Hinsicht überzeugend“, erinnert sich Alexander Helmich an die Systemauswahl.

Im Vorfeld der Präsentationen ließ Oberaigner den Kontrahenten Bauteile mit anspruchsvollen Geometrien zukommen und war gespannt auf die gelieferten Frässtrategien, wobei auch Messzyklen berücksichtigt werden sollten. „Die Ergebnisse von Coscom waren ausgezeichnet und die präsentierte Benutzeroberfläche des Programmiersystems verständlich. Der Support von Coscom ist hervorragend und auch die Postprozessoroptimierung vor Ort an den Maschinen hat ausgezeichnet funktioniert“, zeigt sich Reinhold Skarecky, Fertigungsleiter bei Oberaigner Powertrain, zufrieden.

Von der Konstruktion bis an die Maschine

Auch in der Prozesskette zwischen der CATIA 3DExperience-Plattform von Dassault Systèmes, die zur Konstruktion und Modellierung genutzt wird, und ProfiCAM VM, das sicherstellt, dass mit der Teilefertigung auch Profit gemacht wird, muss ein einwandfreier Datenaustausch gewährleistet sein. Die NC-Programmverwaltung erfolgt über die CAM-Datenmanagement-Software FactoryDIRECTOR VM, die ebenfalls von Coscom bezogen wird – ein weiterer Schritt in Richtung End-to-End-Digitalisierung bis an die Maschine bei Oberaigner.

Damit ist auch die Möglichkeit einer effizienten Datenwiederverwendung
/xtredimg/2019/Fertigungstechnik/Ausgabe279/18068/web/1-IMG_4322-CMYK.jpg
Vielfältige Dreh-, Fräs- und Komplettbearbeitungen auf heterogenem Maschinenpark. Dieser umfasst bei Oberaigner ca. 22 Maschinen und Anlagen, die mit Coscom WLAN-DNC vernetzt sind.

Vielfältige Dreh-, Fräs- und Komplettbearbeitungen auf heterogenem Maschinenpark....

gegeben, die bei Wiederholteilen eine Art Knopfdrucklösung inkl. prozesssicherer DNC-Datenübertragung zu den Maschinen und zurück darstellt. Wichtig bei der Entscheidung für ProfiCAM VM war zudem, dass – ganz gleich, welche Bearbeitungstechnologie verwendet wird – sich der Bediener in derselben Programmierumgebung befindet. „Wir wollten den Aufwand der Einarbeitung in mehrere Benutzeroberflächen vermeiden“, erklärt Helmich und weist darauf hin, dass sich beim Auswahlprozess gezeigt hatte, dass bei manch anderem Systemanbieter die Benutzerführung für die Dreh- und Fräsbearbeitung erhebliche Unterschiede aufweist.

Neue HPC-Bearbeitungsstrategien

„Unser Horizont in Hinsicht auf Bearbeitungstechnologien hat sich sogar erweitert. Die Möglichkeiten des Trochoidal- oder des HPC-Fräsens waren uns zwar bekannt, konnten aber seitens Mangels der fehlenden Softwaretechnologie nicht realisiert werden, auch wenn maschinenseitig dieses Potential bereits zur Verfügung stand. Auch das 5-Achs-Fräsen war für uns bisher eigentlich wirtschaftlich nicht wirklich einsetzbar. Wir haben jetzt sogar schon die ersten Bauteile 5-Achs-gefräst“, lobt Helmich.

In der Tat, das trochoidale Fräsen erlebt derzeit ein Comeback. Dieses hochdynamische Bearbeitungsverfahren ist zwar bereits seit Jahrzehnten bekannt, doch erst auf der Basis der Rechenleistung heutiger Bearbeitungszentren und leistungsfähiger Frässtrategien, so wie sie ProfiCAM VM bietet, kann es effizient beim Nuten-, Taschen- oder Kantenfräsen sowie bei der Teilefertigung aus dem Vollen eingesetzt werden.

„Coscom bietet ja nicht nur State-of-the-Art-Software und
/xtredimg/2019/Fertigungstechnik/Ausgabe279/18068/web/1-IMG_4356-CMYK.jpg
60 % kürzere Bearbeitungszeiten: Dank neuer HPC-Bearbeitungsstrategien im CAM konnte Oberaigner seine Produktionszeiten einzelner Bauteile stark senken.

60 % kürzere Bearbeitungszeiten: Dank neuer HPC-Bearbeitungsstrategien im CAM...

das gesamte Projektmanagement bei der Einführung, sondern zudem Technologie-Know-how. So haben wir gemeinsam mit Oberaigner nicht nur die Postprozessoren optimiert, sondern auch ausgelotet, an welchen Stellen sich noch effizienter programmieren ließe“, erklärt Coscom Consultant Snetivy und Helmich führt ein Fallbeispiel an: „Es wurde ein Bauteil zunächst konventionell programmiert, was zu einer Bearbeitungszeit von zwölf Minuten führte. Nach allen Regeln der Kunst des Trochodialfräsens kommt ProfiCAM VM auf knapp fünf Minuten und dies bei gleichbleibender Oberflächenqualität und verbesserter Standzeit der Werkzeuge“.

Kollisionsprüfung im virtuellen Maschinenraum

Eine der weiteren Stärken neben ProfiCAM VM ist die präzise Maschinensimulation ProfiKINEMATIK VM. Als Anforderung formuliert, fand sich eine Kollisionsprüfung im virtuellen Maschinenraum auch unter den Top 3 im Pflichtenheft von Oberaigner. Diese Forderung lässt sich allerdings nur erfüllen, wenn der Maschinenhersteller entsprechende detaillierte 3D-Daten vorlegt. „Bei einem Maschinenanbieter war es für uns nicht möglich, ein aussagekräftiges Maschinenmodell zu bekommen. Auf Anregung von Snetivy nahm man Kontakt mit einem Dienstleister auf, der per Laserscan die betreffende Maschine nachmodellierte. Das Werkzeugmaschinenmodell wurde schließlich mithilfe von Coscom in die Maschinensimulation ProfiKINEMATIK VM überführt.

Prozesslösung für Unternehmensziele

Im Rahmen der Systemauswahl hat Oberaigner ein tiefes Verständnis dafür aufgebaut, welche Daten in der Prozesskette
benötigt werden, welche noch fehlen und daher verfügbar gemacht werden und welche aktuellen Bearbeitungstechnologien dem Automobilzulieferer Potenzial bieten. Es konnte ein tiefes Vertrauensverhältnis aufgebaut und so die enge Verzahnung von Unternehmenszielen mit der Coscom CAD/CAM Prozesslösung erreicht werden. „Coscom hat bei der Systemauswahl in drei Stunden mehr präsentiert, als einige der Anbieter in drei Tagen“, bringt es Helmich abschließend auf den Punkt.

Um den Wettbewerbsvorsprung zu halten und Konzepte schnell in marktreife Produkte umzusetzen, setzt Oberaigner auf eine durchgängige Coscom Prozesslösung.
Digitalisierung bis in den Shopfloor: Das CAM-Datenmanagement FactoryDIRECTOR VM mit NC-Programmverwaltung sorgt für die Datendurchgängigkeit bis an die Maschine und somit für Transparenz und Prozesssicherheit.
Vielfältige Dreh-, Fräs- und Komplettbearbeitungen auf heterogenem Maschinenpark. Dieser umfasst bei Oberaigner ca. 22 Maschinen und Anlagen, die mit Coscom WLAN-DNC vernetzt sind.
60 % kürzere Bearbeitungszeiten: Dank neuer HPC-Bearbeitungsstrategien im CAM konnte Oberaigner seine Produktionszeiten einzelner Bauteile stark senken.
Das Credo bei Oberaigner: hohe Fertigungstiefe in der Getriebefertigung, höchste und gleichbleibende Qualität sowie hohe Innovationskraft.
Gemeinsam zur neuen CAD/CAM Prozesslösung (v.l.n.r.): Josef Kroiß, Meister Fertigung und Lehrlingsausbildung, Reinhold Skarecky, Leitung Fertigung, Alexander Helmich, Leitung Prototypenfertigung und Prozessentwicklung, Paul Oberaigner, Geschäftsführer, Christian Snetivy, Coscom Key Account Manager.


Zum Firmenprofil >>


Bericht in folgenden Kategorien:
CAD-Software, Simulation, CAM-Software

Special Digitalisierung der Zerspanungstechnik

WT_Technology-Center_Toolroom_vernetzt.jpg Die aktuell wichtigste Aufgabenstellung für Hersteller und Anwender von Werkzeugmaschinen ergibt sich aus der Digitalisierung der Produktionsumgebungen. Auf der EMO 2017 haben zahlreiche Anbieter IHRE Möglichkeiten für eine Smarte Zerspanung vorgestellt – mit unterschiedlichem Fokus spiegelten sich vielfältige Lösungen zur Vernetzung, Datenanalyse und zu neuen Services wider.
mehr lesen >>

Im Gespräch

statement_3513.jpgJeder muss seinen Weg finden
Ende Juni fand der traditionelle Mapal-Pressetag in Aalen statt. Wir nutzten die Möglichkeit, mit Herrn Dr. Jochen Kress, seit 2018 geschäftsführender Gesellschafter von Mapal, über die aktuelle wirtschaftliche Situation, den Fachkräftemangel, neue Geschäftsfelder, die zunehmende Digitalisierung sowie Zukunftspläne und Wünsche des Präzisionswerkzeugherstellers zu sprechen. Das Gespräch führten Ing. Robert Fraunberger und Christof Lampert, x-technik
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren