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„Leistungsgrenzen ausreizen“

: Schunk


Für eine flexible und wirtschaftliche Fertigung ist neben der entsprechenden Maschine und dem Werkzeug auch das bestmögliche Spannmittel ein ganz wesentlicher Erfolgsfaktor. Der Spanntechnikspezialist SCHUNK punktet hier mit einem ausgeklügelten und breit gefächerten Portfolio und will mit einigen Innovationen und Neuheiten auch 2009 seine Position als Marktführer weiterhin bestätigen.

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Prok. DI (FH) Christian Binder, Geschäftsleiter der SCHUNK Intec GmbH.

Prok. DI (FH) Christian Binder, Geschäftsleiter der SCHUNK Intec GmbH.

Ing. Gernot Wagner im Gespräch mit Prok. DI (FH) Christian Binder,
Geschäftsleiter der SCHUNK Intec GmbH.

Welche Innovationen darf man 2009 von SCHUNK erwarten?

Es ist heutzutage sehr schwierig geworden bahnbrechende Innovationen zu bringen, denn die Spanntechnik kann sich ja nicht jedes Jahr neu erfinden. Aber um dem Ruf als Marktführer gerecht zu werden haben wir für 2009 unter anderem etwas im Bereich der Werkzeugaufnahmen im Köcher. Leider muss ich mich dazu noch bedeckt halten. Auf einer der nächsten Messen wird diese Innovation präsentiert.

Grundsätzlich werden wir aber bei vielen Produkten die Leistungsgrenzen wieder weiter ausreizen und zwar hinsichtlich der Standzeiten, größerer Spannkräften bei vergleichsweise kleinerem Bauraum oder höherer Verschleißfestigkeit zur Erhöhung der Standzeit. An Leistungsgrenzen zu gehen, fällt vielen Anbietern von Spannsystemen schwer, denn dabei ist extrem viel Fachwissen und ein entsprechendes Marktvolumen notwendig, um eventuell neue Technologien umsetzen zu können – und das hat SCHUNK.

Wohin geht die Reise bei den Nullpunktspannsystemen?

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Mit den Nullpunktspannsystemen geht SCHUNK weiter in Richtung vollautomatische, flexible Teilefertigung mit Rüstzeitminimierung.

Mit den Nullpunktspannsystemen geht SCHUNK weiter in Richtung vollautomatische,...

Jahr 2009 forcieren wir ganz stark unsere Nullpunktspannsysteme für den Vollautomatikbetrieb. Viele namhafte Werkzeugmaschinenhersteller setzen darauf und sind bereits unsere Partner. Mit diesen Nullpunktspannsystemen gehen wir weiter in Richtung vollautomatische, flexible Teilefertigung mit Rüstzeitminimierung – und das nicht nur für die Serien oder Kleinserienproduktion, sondern sogar bis hin zur Einzelteilfertigung.

Wie sieht es heuer bei den Werkzeughaltern aus?

Bei den Werkzeughaltersystemen bieten wir unseren Kunden unter dem Schlagwort „Total Tooling“ die auf die jeweilige Aufgabe bestens abgestimmte Spanntechnik. Bei TENDO gibt es nochmals höhere Spannkräfte und bei TRIBOS forcieren wir weiter TRIBOS-Mini, ein hochpräzises System für feinste Arbeiten. TRIBOS ist sehr vielseitig, weil man mit diesem System Werkzeuge mit Schaftdurchmesser von 0,3 bis 32 mm spannen kann – ein großer Vorteil.

Welche Neuheiten wird es in der Magnetspanntechnik geben?

In der Magnetspanntechnik MAGNOS werden wir das Produktprogramm wesentlich erweitern, denn es hat viele Vorteile beim Schleifen, Drehen, Fräsen und Heben: zum Beispiel die Quadratpoltechnik zum kraftvollen Fräsen auf fünf Seiten, die Radialpoltechnik zum Präzisionsschleifen und –drehen auf drei Seiten oder leichte und niedrige Parallelpolplatten
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Mit TRIBOS-Mini präsentiert SCHUNK ein hochpräzises System für feinste Arbeiten. Das TRIBOS-Spannsystem ermöglicht jetzt Schaftdurchmesser von 0,3 bis 32 mm.

Mit TRIBOS-Mini präsentiert SCHUNK ein hochpräzises System für feinste Arbeiten....

zum hochpräzisen Planschleifen. Die Magnetspanntechnik wird auch immer mehr in der Automatisierung Fuß fassen. Hier haben wir schon einige Projekte realisiert und die Anfragen werden stetig mehr.

Neues auch bei KONTEC?

Mit dem Zentrischspanner KONTEC KSK gehen wir in diesem Jahr verstärkt auf den Markt. Der KSK hat den Vorteil, dass er sehr kompakt gebaut ist und über einen sehr großen Spannbereich verfügt. Als weltweit erster Zentrischspanner ist der KSK vollständig gekapselt. Das sichert selbst in rauer Umgebung die volle Funktionsfähigkeit und damit maximale Prozesssicherheit. Mit seinem Wechselbackensystem ist der KSK auch das ideale Spannmittel für die 5-Seitenbearbeitung.

Was erwartet die Anwender im Bereich Drehfutter?

Da gibt es bei SCHUNK zwei Neuheiten. Das Rota NCS 6-Backenfutter ermöglicht eine sehr exakte Spannung von unrunden und dünnwandigen Bauteilen. Dabei sorgen die Backen für eine hohe Rundlaufgenauigkeit und durch den aktiven Niederzug erzielen wir beste Ergebnisse in punkto Planparallelität und Rechtwinkeligkeit. Die erreichbare Planlaufgenauigkeit liegt unter 0,01 mm. Dieses Ausgleichsfutter ist für die Serienfertigung gedacht und hat den Vorteil, dass es völlig
abgedichtet und extrem wartungsarm ist.

Interessant ist auch das Hybridfutter Rota NCM, in dem zwei Technologien in einem Drehfutter vereint sind – ein klassisches Zentrierfutter mit Magnetspanntechnik. Hier werden Bauteile und Werkstücke gespannt, die beim Spannen und bei der Bearbeitung überhaupt nicht verformt werden dürfen, eine perfekte Lösung beim Schleifen und Drehen. Mit dem Hybridfutter erreicht man eine enorme Rüstzeitminimierung von bis zu 80 Prozent - das ist eine absolute Neuheit, die es noch nirgendwo gibt.

Welche Eigenschaften und Faktoren müssen Spannmittel für eine moderne wirtschaftliche Fertigung erfüllen?

Ganz wichtig ist, dass die Bauteile nach einer gewissen Gebrauchsdauer immer noch genau, präzise und qualitativ hochwertig sind. Einerseits werden dadurch langfristig die Investitionskosten sogar gesenkt und andererseits können Sie damit das Maximale aus Ihrer Maschine herausholen und es ergeben sich neue Fertigungsmöglichkeiten. Der Anwender ist langfristig damit erfolgreicher, deshalb sollte man schon beim Kauf eines Spannmittels daran denken.

Viele Anwender freuen sich, wenn sie billig einkaufen …

… und da hat es schon viele Kunden gegeben, die den Einkauf von scheinbar günstigen Spannmitteln sehr bereut haben. Letztendlich haben sie dann teilweise doppelt soviel bezahlt, weil ihre Erwartungen langfristig nicht erfüllt werden konnten. Wer Wert auf präzise Fertigung legt, sollte auch bei der Spanntechnik auf hohe Qualität achten, zum Beispiel auf Eigenschaften wie Rundlaufgenauigkeit oder Material einer Werkzeugaufnahme. Bei minderwertigem Material von Schrumpfaufnahmen kann es sein, dass bereits nach zehn Erwärmungs- und Abkühlungszyklen
der Rundlauf nicht mehr stimmt, weil sich einfach die kristalline Struktur ändert. Die Qualität ist eben entscheidend, das kostet zwar anfangs etwas mehr, zahlt sich langfristig aber für den Anwender aus.

Bei den Eigenschaften sollte man weiters auch auf Möglichkeiten zur Rüstzeitminimierung und Standzeitverlängerung schauen. Unsere Produkte haben zum Beispiel hervorragende schwingungsdämpfende Eigenschaften, sodass Mikroausbrüche wirkungsvoll verhindert werden können und eine Standzeitverlängerung eintritt. Wenn man die Standzeit eines Spannmittels um 20 bis 50 Prozent verlängern kann, indem man einen hochwertigen Werkzeughalter verwendet, dann sollte man das tun.

Wohin geht der Trend bei Spannsystemen?

Wir sind der Ansicht, dass die universellen Spannmittel nicht mehr ausreichen werden. Je nach Anwendung muss die Spanntechnik wesentlich spezialisierter sein, um Vorteile nutzbar zu machen. Wir können das mit unserer Branchenorientierung, dem vielfältigen und flexiblen Produktportfolio, bis hin zu kundenspezifischen Sonderanfertigungen sehr gut abdecken. Der Trend geht hier je nach Teilevielfalt und Losgröße zu unterschiedlichen Spannmitteln begleitet von einem immer höher werdenden Automatisierungsgrad.

Ihre kurze Prognose 2009 für SCHUNK? Optimistisch … ?

Auf jeden Fall. Wir sehen uns für die Erfordernisse des Marktes sehr gut aufgestellt, weil wir genau die Spannmitteltechnologien erzeugen und anbieten, mit denen unsere Kunden auch in Zukunft präzise und wirtschaftlich fertigen können.

Vielen Dank für das Gespräch.
Prok. DI (FH) Christian Binder, Geschäftsleiter der SCHUNK Intec GmbH.
Mit den Nullpunktspannsystemen geht SCHUNK weiter in Richtung vollautomatische, flexible Teilefertigung mit Rüstzeitminimierung.
Mit TRIBOS-Mini präsentiert SCHUNK ein hochpräzises System für feinste Arbeiten. Das TRIBOS-Spannsystem ermöglicht jetzt Schaftdurchmesser von 0,3 bis 32 mm.



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