Fachverlag x-technik
search
 

Schließen


Auf Dauer hilft nur Roboterpower

Bei der Präzisionsdreherei Gebrüder Suttner jährte sich 2006 die Firmengründung zum 25. Mal. Grund genug für eine umfassende Reflexion und die Frage, wie die drei Brüder, zusammen mit den drei Mitarbeitern in der Fertigung, ihre Zukunft gestalten.

5389
Kompakt und flexibel: Die Roboterzelle benötigt nur wenig Stellfläche. Die Greifer sind über ein Schnellwechselsystem adaptiert. Ist ein Auftrag einmal eingefahren, gelingt das Umrüsten innerhalb von 10-15 Minuten.

Kompakt und flexibel: Die Roboterzelle benötigt nur wenig Stellfläche. Die...

Wilfried Suttner, geschäftsführender Gesellschafter der Gebrüder Suttner GmbH, Mühlheim (D): „Wir fertigen, zum Teil als A-Lieferant, Teile für den Maschinen- sowie den Anlagenbau, für die Elektrotechnik und die Papierindustrie. Wir wissen, was unsere Kunden wollen, und unsere Kunden wissen, was sie von der Zusammenarbeit mit uns haben - nämlich Liefertreue und höchste Qualität.“

Das Suttner Fertigungsspektrum umfasst rund 3.000 verschiedene Teile. Die Abmessungen gehen von M2 x 10 mm bis Ø 300 mm x 700 mm Länge. Die typischen Losgrößen reichen von 1- 2.000 Stück. Ob Titan, Hasteloy, Inconell, VA-Stähle,... Suttner spannt in die Drehspindel was an Aufträgen herein kommt, zum Beispiel Sensorgehäuse. Für die Fertigung setzen die drei Brüder bevorzugt auf CNC-Drehmaschinen von EMCO. Fünf von insgesamt sieben sind mit FMB turbo Lademagazinen für Stangendurchmesser bis Ø 65 mm automatisiert. Was eine hohe Laufautonomie ermöglicht und den Personalkostenanteil in der Stückkalkulation minimiert.

Automation – die Lösung

Bei Einlegeteilen sieht die Kalkulation durch die personalintensiv hergestellten Zukaufteile schwieriger aus. Wilfried Suttner: „Bei Futterdrehteilen mussten wir uns eine Automationslösung einfallen lassen. Ganz abgesehen davon, dass Einlegetätigkeiten für jeden Menschen auf Dauer sehr belastend sind.“ Die Lösung kam dann durch die FMB
Maschinenbau GmbH, die mit unirobot seit 2003 einen universellen Automationsbaukasten im Programm haben. Der unirobot Baukasten ist so weit komplett, dass FMB heute für (fast) jede Werkzeugmaschine - ganz gleich, ob es sich um Dreh-, Fräs-, Schleifmaschinen, Pressen oder auch um Montageaufgaben handelt - sehr schnell optimale und zudem sehr wirtschaftliche Automationslösungen realisieren kann - bis hin zur Anlagenverkettung.

Analyse vom Fachmann

Zuvor jedoch fragte Heribert Gertung, FMB Anwendungsberater, bei Suttner erst einmal das Anforderungsprofil ab. „Ein Knickarmroboter allein ist ja noch keine Lösung. Damit solche Automationsprojekte den Vorstellungen des Anwenders und uns als gesamtverantwortlichem Lieferanten entspricht, machen wir grundsätzlich vorab eine Machbarkeitsanalyse.“ Dafür muss vorerst einmal das zu handhabende Teilespektrum definiert werden. Handelt es sich um Wellen- oder Einlegeteile oder beides? Wie viele unterschiedliche Teile beziehungsweise Varianten gibt es? Welche Taktzeiten haben diese Werkstücke? Wie sind Form und Abmessungen, ihre Gewichte sowie die Material- und Oberflächeneigenschaften. Welche Maschine soll automatisiert werden? Was für eine Steuerung hat sie? Wie groß und zugänglich sind Arbeitsraum und Spindel? Wie sollen die Teile zugeführt werden? Auf Palette? Auf Förderband? Via Rutsche? Wie hoch soll die Laufautonomie, sprich der Materialvorrat sein? Wie viel Platz/Raum steht für den Roboter und das Materialmanagement zur Verfügung? Soll der Roboter Zusatzaufgaben, wie Entgraten, Beschriften, Messen oder Reinigen mit übernehmen?

Wilfried Suttner: „Als Roboterneuling benötigt man einen Partner, der die Materie beherrscht. Bei Heribert Gertung habe ich schnell gemerkt, dass er weiß, wovon er spricht. Außerdem hat die geografische Nähe zwischen FMB und uns ihren Charme. Bei unseren Lademagazinen haben wir zum Glück zwar nicht viele, aber durchweg sehr gute
Erfahrungen mit dem FMB Service gemacht. Die sind unbürokratisch, reaktionsschnell, fachkundig und lösungsorientiert.“

Umgestaltung zur Komplettbearbeitung

So kam man schnell ins Geschäft. FMB automatisierte eine vorhandene EMCO 360, auf der Suttner unterschiedlichste Werkstücke in kleinen Stückzahlen produziert. Das Teilespektrum reicht von dünnwandigen Rohrabschnitten, bis hin zu Kupferteilen für Schaltanlagen. Die Rohlinge wiegen als Stangenabschnitt bis zu 8 kg. Da die Maschine bei Bedarf auch von Hand bedienbar bleiben sollte, adaptierte FMB einen 6-Achsroboter mit 1,75 m Reichweite und 20 kg Tragfähigkeit. Wird der Roboter geparkt, lässt sich die Maschine bequem manuell be- und entladen. Bei der Materialzuführung und der Fertigteilabfuhr hat sich Suttner quasi für alle Eventualitäten gewappnet. Die Automationszelle bietet zwei Rollbahnen für wellenförmige Roh- und Fertigteile, vier Förderbänder, sowie einen Ablagetisch für Werkstückpaletten. Bei Stückzeiten von 3-4 Minuten je Teil reicht der Materialvorrat locker für eine halbe Schicht mannlosen Betrieb. Auf weitere Zusatzfunktionen, wie Reinigen und Entgraten verzichtete Suttner einstweilen. So etwas lässt sich bei Bedarf ja jederzeit nachrüsten. Wichtig war hingegen die Integration einer Werkstückwendestation. Dadurch kann Suttner auf der einspindeligen EMCO 360 automatisiert Komplettbearbeitungen durchführen.

Großer Wert wurde auf schnelles Umrüsten gelegt. So verfügen die Greifer über ein Schnellwechselsystem. Ist ein Auftrag eingefahren, ist die Anlage innerhalb von 10-15 Minuten wieder am Start. Während des Betriebes sorgen eingebaute Sicherheitsfeatures, wie eine Kollisionsüberwachung und die so genannte Servoflow-Funktion für prozesssichere Abläufe. Wilfried Suttner: „Die Roboterzelle ist rüstfreundlich, universell, flexibel, sehr produktiv und arbeitet zuverlässig. Je nach Laufzeit der Teile können wir damit Losgrößen ab 20 Stück wirtschaftlich produzieren. Ich bin sicher, dass die erzielte Produktivitätssteigerung
in Kombination mit der hier realisierten Flexibilität unsere Arbeitsplätze sicherer macht.“

Zum Firmenprofil >>



Special Digitalisierung der Zerspanungstechnik

WT_Technology-Center_Toolroom_vernetzt.jpg Die aktuell wichtigste Aufgabenstellung für Hersteller und Anwender von Werkzeugmaschinen ergibt sich aus der Digitalisierung der Produktionsumgebungen. Auf der EMO 2017 haben zahlreiche Anbieter IHRE Möglichkeiten für eine Smarte Zerspanung vorgestellt – mit unterschiedlichem Fokus spiegelten sich vielfältige Lösungen zur Vernetzung, Datenanalyse und zu neuen Services wider.
mehr lesen >>

Im Gespräch

/xtredimg/2019/Fertigungstechnik/Ausgabe279/18292/web/Bild_1.jpgQualität unter Kontrolle
Seit Anfang April gibt es einen „neuen“ Mann an der Spitze von Hexagon Österreich. Im weitesten Sinne könnte man in diesem Fall sogar von einer Rückkehr sprechen, zumal Thomas Szirtes vor ziemlich genau zehn Jahren bereits einmal für die Hexagon-Gruppe tätig war – als Regionalvertriebsleiter bei der m&h Inprocess Messtechnik GmbH nämlich. Nun hat er in seiner ersten Geschäftsführer-Position „einiges“ vor: So will er beispielsweise gemeinsam mit seinem Team vermehrt dazu übergehen, ganze Prozesse zu automatisieren, um die Lücke zwischen Produktion und Qualitätssicherung zu schließen. Das Gespräch führte Sandra Winter, x-technik
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren