Fachverlag x-technik
search
 

Schließen

PDF


Bei hohen Zerspanungsvolumen setzt Global Hydro beim Schruppen auf Dragonskin Wendeplatten

: CERATIZIT


Mit der Produktion von kompletten Turbinenanlagen inklusive der Elektroplanung, Konstruktion, Einbau und Inbetriebnahme vor Ort zählt die Firma Global Hydro Energy im oberösterreichischen Niederranna zu den führenden Unternehmen in der Branche. Bei der Fertigung von Pelton-Laufrädern, die aus dem Vollen gefräst werden, kommen unter anderem Dragonskin Wendeplatten von WNT zum Einsatz, die für hohe Zerspanungsvolumina der Bearbeitungen sorgen.

/xtredimg/2017/Fertigungstechnik/Ausgabe185/12164/web/Francis%20auf%20Maschine.jpg
Bei der Fertigung der Kaplan-, Pelton- und Francis-Turbinen ist das Zerspanungsvolumen enorm hoch. Bei großen Pelton-Laufrädern wird bis zu sechs Tonnen Material abgetragen.

Bei der Fertigung der Kaplan-, Pelton- und Francis-Turbinen ist das Zerspanungsvolumen...

Wenn es um regenerative Energien geht, dann ist Wasserkraft noch immer der wichtigste Energielieferant. Weltweit werden über 20 % an elektrischer Energie aus der Wasserkraft gewonnen. Auch die Kleinwasserkraftwerke und Turbinen der Firma Gloabl Hydro aus Niederranna, die zu 90 % exportiert werden, tragen zu dieser Energiegewinnung bei. Die Oberösterreicher haben sich auf die Herstellung von Kaplan-, Pelton- und Francis-Turbinen spezialisiert und agieren zudem als integrierter Systemlieferant. „Wir liefern hochqualitative, schlüsselfertige Lösungen für Kleinkraftwerke bis zu einem Leistungsbereich von 15 MW“, erklärt der Leiter der mechanischen Fertigung Ewald Perr und ergänzt: „Alle Kernkomponenten werden in unserer Produktionsstätte in Niederanna gefertigt und montiert.“

Dabei wird ein Jahreszerspanungsvolumen von bis zu 80 Tonnen an VA-Material für die Fertigung der Laufräder erreicht. Dementsprechend steht ein moderner Maschinenpark zur Verfügung, der für die mechanischen Bearbeitung der anspruchsvollen Teile und Materialien ausgelegt ist. Mit bis zu sechs Achsen sowie CAM-Integration können hoch komplexe 3D-Geometrien hergestellt und Werkstücke bis 3,6 m Durchmesser, 2,5 m Höhe und 15 Tonnen Stückgewicht bearbeitet werden.

Ideale Werkzeuglösungen gesucht

Bereits seit elf Jahren arbeitet Global Hydro Energy mit dem Werkzeuglieferanten WNT zusammen. Aus gutem Grund, wie Ewald Perr erklärt: „Für uns ist die Qualität des Werkzeuges sowie eine schnelle, verlässliche Lieferung extrem wichtig. Und genau das gewährleistet uns WNT.“ Aus diesem Grund wendete sich der Leiter der mechanischen Fertigung auch bei einem neuen Auftrag an den deutschen Werkzeughersteller als es darum ging, drei Pelton-Räder mit einem Fertiggewicht
/xtredimg/2017/Fertigungstechnik/Ausgabe185/12164/web/A2510%20RS.jpg
Für die Schruppbearbeitung der Pelton-Laufräder kommen das Rundplattensystem A2510 RS, der Hochschubfräser G HFC sowie die Dragonskin Wendeschneidplatten der Sorte HCN5235 von WNT zum Einsatz.

Für die Schruppbearbeitung der Pelton-Laufräder kommen das Rundplattensystem...

von je drei Tonnen für einen Kunden zu fertigen. „Bei der Schruppbearbeitung solcher Turbinenteile geht es weniger um Präzision, sondern um ein möglichst hohes Zerspanungsvolumen“, veranschaulicht Johann Weber, Anwendungstechniker bei WNT und Ewald Perr ergänzt: „Die Rohteile sind neun Tonnen schwer, d. h. wir müssen sechs Tonnen an Material pro Laufrad abtragen. Die große Herausforderung liegt bei der extremen Zähigkeit des Materials sowie der schlechten Zugänglichkeit zum Bauteil. Aus diesem Grund sind Werkzeuglösungen, die eine möglichst effiziente und wirtschaftliche Bearbeitung gewährleisten, unverzichtbar.“

Genügend Vorschub trotz großer Auskraglängen

WNT konnte eine wirtschaftliche Lösung bieten, um die rund 450 mm breiten und im Durchmesser ca. 2.000 mm großen Bauteile zu fertigen. So kommen für diese Schruppanwendung das Rundplattensystem A2510 RS, der Hochschubfräser G HFC sowie die Dragonskin Wendeschneidplatten der Sorte HCN5235 zum Einsatz. „Diese sind wirklich maßgeschneidert für die Bearbeitung unserer Turbinenlaufräder“, berichtet Perr. Die Pelton-Laufräder werden aus nichtrostendem Schmiedestahl gefertigt, einem Material das eine Zähigkeit von 900 N/mm² aufweist. „Obwohl bei dieser Bearbeitung große Auskraglängen notwendig sind, können wir trotzdem mit einer ordentlichen Schnittgeschwindigkeit von Vc = 200 m/min, einen Zahnvorschub von fz = 0,4 mm und einer Schnitttiefe von ap = 3,0 mm fertigen“, geht Perr ins Detail. „Ich bin mir sicher, dass bei stabilen Bedingungen sogar noch mehr möglich wäre.“

Prozesssicherheit und weniger Verschleiß

Doch
/xtredimg/2017/Fertigungstechnik/Ausgabe185/12164/web/G-HFC.jpg
nicht nur die Einsatzparameter haben den Fertigungsleiter bei Global Hydro von der Dragonskin Rundplatte überzeugt. Auch die hohe Prozesssicherheit sprach für diese Sorte. „Uns war es wichtig, dass die Platte beim ersten Anzeichen von Verschleiß nicht sofort bricht. Bei der HCN5235 bemerkt man den Verschleiß an der Schneide rechtzeitig, sodass man sie noch vor dem Bruch austauschen kann.“ Eine lange Lebensdauer und hohe Belastbarkeit sind ebenfalls Grundvoraussetzungen, schließlich wird pro Pelton-Laufrad jede Menge Material zerspant. Und genau hier spielen die WNT-Platten ebenfalls ihre Stärke aus. „Wir haben Platten von verschiedenen Herstellern getestet, aber die Wendplatten von WNT sind für diese Anwendung wie gemacht. Sie zeichnen sich durch eine hohe Druckleistung aus und wir erzielen mit ihnen einfach die besten Ergebnisse“, betont der Fertigungsleiter. „Beim High-Feed-Fräsen konnten wir die Standzeiten, im Vergleich zum Wettbewerb, um bis zu 25 % erhöhen.“

Von Österreich in die Welt

Die Kleinwasserkraftwerke und Wasserturbinen von Global Hydro sind auf der ganzen Welt gefragt, daher hat das Unternehmen inzwischen Vertretungen in der Türkei, Norwegen, Kanada, Chile, Kolumbien und Indonesien aufgebaut. Während das Projektmanagement und der Service in diesen Ländern vor Ort erfolgen, wird Forschung und Entwicklung sowie die Herstellung der Kernkomponenten weiterhin in Österreich durchgeführt. Und auch in Zukunft setzt Global Hydro auf gesundes Wachstum. So will das Unternehmen aus dem Mühlviertel bis 2020 den Jahresumsatz von derzeit 35 Millionen Euro auf 70 Millionen Euro verdoppeln. „Mit WNT kann Global Hydro dabei auf einen zuverlässigen Werkzeugpartner setzen, der auch bei künftigen Herausforderungen mit Rat und
Tat zur Seite steht und Werkzeuglösungen anbietet, die höchstes Maß an Prozesssicherheit und Performance gewährleisten“, betont Johann Weber abschließend.

Bei der Fertigung der Kaplan-, Pelton- und Francis-Turbinen ist das Zerspanungsvolumen enorm hoch. Bei großen Pelton-Laufrädern wird bis zu sechs Tonnen Material abgetragen.
Für die Schruppbearbeitung der Pelton-Laufräder kommen das Rundplattensystem A2510 RS, der Hochschubfräser G HFC sowie die Dragonskin Wendeschneidplatten der Sorte HCN5235 von WNT zum Einsatz.
Die Pelton-Laufräder werden aus dem Vollen aus nichtrostendem Schmiedestahl gefertigt, einem Material das eine extreme Zähigkeit von 900 N/mm² aufweist.
Pelton-Turbinen werden bei relativ geringen Wassermengen und großen Fallhöhen eingesetzt. Sie besitzen eine ausgezeichnete Regulierbarkeit und einen hohen Wirkungsgrad im Teillastbereich. Das Laufrad wird bei Global Hydro aus einem geschmiedeten Monoblock gefräst.


Zum Firmenprofil >>


Bericht in folgenden Kategorien:
Wendeplatten, Wendeplattenwerkzeuge

Special Digitalisierung der Zerspanungstechnik

WT_Technology-Center_Toolroom_vernetzt.jpg Die aktuell wichtigste Aufgabenstellung für Hersteller und Anwender von Werkzeugmaschinen ergibt sich aus der Digitalisierung der Produktionsumgebungen. Auf der EMO 2017 haben zahlreiche Anbieter IHRE Möglichkeiten für eine Smarte Zerspanung vorgestellt – mit unterschiedlichem Fokus spiegelten sich vielfältige Lösungen zur Vernetzung, Datenanalyse und zu neuen Services wider.
mehr lesen >>

Im Gespräch

/xtredimg/2019/Fertigungstechnik/Ausgabe282/19879/web/Foto_Lang_Otto.jpgLösungen für eine produktive Zerspanung
Walter fehlte diesmal auf der Ausstellerliste der EMO. Otto Lang, Markt Manager Walter Austria verrät, welchen Anforderungen sich der Werkzeugspezialist aktuell stellen muss und welche Rolle Themen wie Digitalisierung bzw. neue Werkstoffe bei Walter spielen.
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren