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Coscom/Güthlein - Von wegen CIM sei tot


Fränkischer Lohnfertiger setzt voll auf durchgängige Daten LANGENSENDELBACH (vo) - Mit rund fünfzig Mitarbeitern zählt die Hans Güthlein CNC Fertigungs GmbH nicht zu den Kleinsten ihrer Kategorie.

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Bild 1: Komplettbearbeitung

Bild 1: Komplettbearbeitung

Dafür aber zu den Modernsten. Denn schon heute schicken die meisten Kunden ihre Konstruktionsdaten via Internet. Eine hochflexible CAD/CAM-Lösung übernimmt diese Daten und unterstützt den Fertigungsprozeß. Güthlein, so das Fazit, praktiziert mit Erfolg eine CIM-Lösung.


Selbst über die Digitalisierung von Musterteilen mit Hilfe einer Digitalkamera denkt Firmenchef Hans Güthlein inzwischen nach. "Erfolgreich sind wir in erster Linie, weil wir auf moderne Fertigungstechniken setzen", erklärt Hans Güthlein. Er ist überzeugt, daß sich die millionenschweren Investitionen in die Modernisierung des Maschinenparks lohnen.


Geprägt ist dieser Maschinenpark durch CNC-Maschinen, wie zum Beispiel drei Bearbeitungszentren, eine Fräsmaschine und acht Drehmaschinen modernster Technologie. Hinzu kommen acht konventionelle Dreh- und Fräsmaschinen sowie drei Meßmaschinen und eine Senkerodiermaschine. Bis auf wenige Ausnahmen setzt Güthlein
Maschinen ein, die seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1993 immer wieder erneuert wurden.





Vor der Durchgängigkeit stand eine lange Suche


Der Entschluß, zwischen diesen Maschinen und den Konstruktionsdaten der Kunden eine durchgängige Datenkette zu installieren, fiel vor rund eineinhalb Jahren. Vorausgegangen war eine relativ lange Phase des Suchens nach passender Software, die CAD-Daten aus nahezu allen marktgängigen CAD-Systemen übernehmen kann. Nach allen nur erdenklichen Standards, von IGES über STEP, VDA-FS, SAT bis zu DXF und DWG.


Der CAD/CAM Spezialist COSCOM erhielt den Zuschlag, auf den beiden CAD/CAM-Arbeitsplätzen die Softwarepakete ProfiCAM, ProfiCAM-3D, MDE/BDE und den BMO-Designer zu installieren. Deren Funktionen reichen von der Konvertierung der von den Kunden übernommenen CAD-Daten über eine hochproduktive NC-Programmierung bis hin zur Maschinen- und Betriebsdatenverwaltung
und zur Betriebsmittelorganisation.


"Da ProfiCAM Daten aus anderen Programmen wie Parasolid, ProEngineer und anderen CAD-Systemen übernehmen kann, sind wir sehr flexibel und können schnell auf Kundenwünsche reagieren", erläutert Erich Wiedenbauer, der selbst programmiert und die Fräserei leitet.


Flexibilität sorgt für mehr Aufträge


Wie wichtig die gewonnene Flexibilität ist, ergibt sich aus der Sache: Die Hans Güthlein CNC Fertigungs GmbH hat sich auf die Lohnfertigung mitunter sehr komplexer Teile spezialisiert. Für namhafte Kunden - auch aus dem Automobilbau, der Kraftwerkstechnik und aus dem Hightech-Bereich produziert Güthlein in kleinen Serien - aber auch in Losgröße 1.


"Überdurchschnittliches Knowhow", reklamiert Peter Friedrich, die Schnittstelle des Unternehmens zum Markt, "besitzen wir bei der Bearbeitung hochwarmfester Stähle, aber auch bei Sonderlegierungen wie Chrom-Nickel-Titan-Wolfram-Legierungen." Da diese Werkstoffe relativ schwer zu beschaffen sind, wird für Kunden eine ganze Palette von Sonderlegierungen bereit gehalten.


Die
Schwierigkeit bei der Übernahme von Daten besteht darin, daß alles nachbearbeitet werden muß. Nicht wegen Mängeln bei der Übertragung, sondern eher aufgrund von Änderungen. Die Effekte der neuen CAD/CAM-Lösung bringt Programmierer Radovan Ninic auf den Punkt: "Wo wir früher vier Stunden gerechnet haben, schaffen wir das heute in einer halben Stunde oder darunter."


Die Franken haben schätzen gelernt, daß sie bei der COSCOM-Lösung alle relevanten Fertigungstechnologien unter einer einheitlichen Oberfläche verfügbar haben. "Wir können 2D- und 3D-Fräsen, -Schruppen, -Erodieren und was wir sonst noch brauchen", erklärt Ninic. "Das erleichtert die NC-Programmierung und macht mich sehr flexibel. Wenn mein Kollege krank ist, kann ich an seinem Arbeitsplatz arbeiten und Fräsen oder er kann im umgekehrten Fall auch Drehen", fügt er hinzu.





Erich Wiedenbauer hält es für einen Riesenvorteil, daß "das COSCOM-Quellen-NC-Programm, Joker genannt, alle Vorteile der klassischen Postprozessorkonzepte mit einer schnellen, durch den Anwender leicht zu beherrschenden Anwendungssprache vereint, DIN-Programme verarbeitet und auf steuerungstechnische Formate umsetzt."


Die entsprechenden Technologiebefehle werden erst in einem separaten
zweiten Schritt erteilt. Das hat den organisatorischen Vorteil, daß während des eigentlichen NC-Programmierens noch nicht entschieden werden muß, auf welcher NC-Werkzeugmaschine das jeweilige Teil zu fertigen ist. Mit diesem ‚Joker‘ ist das Unternehmen gegenüber seinen Kunden sehr beweglich und dadurch auch unabhängig.


Bidirektionalität: Vom PPS bis zur NC-Fertigung


Durch das umfassende Fertigungskonzept für die Fertigungsautomation von COSCOM ist für eine durchgängige Prozeßkette im bidirektionalen Datenverkehr vom PPS-System bis hin zur NC-Fertigung gesorgt. Das schafft in der NC-Fertigung die geforderte Transparenz. Für die Fertigungstransparenz wird auch DNC eingesetzt, die auftragsbezogene Einrichteblätter, Zeitberechnungen, Werkzeuglisten und Situationsinformationen liefert, und dadurch Einricht- und Umrüstzeiten verringert.


Ganz wichtig ist den richtungweisenden Lohnfertigern auch das COSCOM-Programm "BMO-Designer", das ihnen hilft, die Betriebsmittel zu organisieren. Sämtliche Bestände von Bohrern, Zerspanwerkzeugen und anderen Vorrichtungen werden gelistet und die Merkmale als Tool in der Datenbank hinterlegt.


Diese Investition war notwendige Voraussetzung für FDM/FIS-Management, das die Werkstücke nach Zeichnungsnummern und die NC-Programme, die Werkzeuglisten und die Einrichtblätter verwaltet und an die Werkzeugmaschinen mittels IPC-Terminals online abrufbar macht.

http://www.coscom.de


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