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Coscom/Krupp - ...umfassend angepasst gestalten...


Hüttenwerke Krupp Mannesmann finden in Coscom den für sie richtigen Partner für Programmierung, Betriebsmittel-Organisation, BDE/MDE sowie DNC, erreichen volle Transparenz zwischen AV und Werkstatt (...jk) Geredet wird von der (nahezu) papierlosen NC-Fertigung schon seit langem - realisiert ist sie bislang höchst selten.

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Dafür gibt es gleich mehrere Gründe - entscheidend sind die zumeist fehlende Eignung von PCs für die und die mangelnde Computer-Akzeptanz in der Werkstatt (wobei das eine das andre bedingt) sowie die Massen-Trägheit der Beteiligten. Denn wer die volle und zudem zeitnahe Transparenz zwischen AV und Werkstatt so gut wie ohne Fertigungs-Begleitpapiere erreichen will, muss zunächst eine fron-ähnliche Fleiss-Arbeit ableisten - der Lohn freilich ist eine für nicht möglich gehaltene Effizienz. Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH sind dabei, diesen erfolgversprechenden Weg zu gehen und haben dafür in Coscom einen Partner gefunden, der ihnen hard- und software-seitig alles aus einer Hand bietet und sich als ebenso kompetenter wie flexibler Partner erweist.
Der Hinweis 'Hauptwerkstatt' auf der Visitenkarte von Frank Jentz von der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH liest sich ebenso wichtig wie harmlos - wichtig ist er zweifellos, harmlos aber überhaupt nicht: denn die 170 Mann Belegschaft dieser Fabrik in der Fabrik haben zweischichtig an sieben Tagen die Woche dafür zu sorgen, dass die Hochöfen nicht ausgehn und der Rohstahl zu Halbzeug weiterverarbeitet ist. Das aber heisst nicht nur (planbare) vorbeugende Instandhaltung, sondern jederzeit mögliche 'Feuerwehr-Einsätze'. Charakterisiert Jentz: "Im Fall des schlimmsten Falls sind wir die technischen Notärzte der Hüttenwerke, die das Herz am schlagen halten", und deutet damit an, dass die Hauptwerkstatt äusserst flexibel und kompetent sein muss...

Nun ist diese Erkenntnis auch für die HKM nicht neu - schliesslich wurden die ersten NC-Werkzeugmaschinen für die Hauptwerkstatt schon vor mehr als 22 Jahren angeschafft, und inzwischen gibt es insgesamt vier NC-Drehmaschinen, zwei Bearbeitungszentren, zwei NC-Fräsmaschinen und eine NC-Brennschneid-Aniage. Aber die damit fraglos investierte Flexibilität für die extreme Einzeiteil- und Kleinserien-Fertigung bedeutet ja nicht
unbedingt auch hohe Effizienz. Erläutert Jentz: "Der Wettbewerb in der Stahl-Industrie selbst bei den hohen Qualitäten, wie wir sie natürlich produzieren, ist weltweit knallhart deshalb haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Produktivität unserer Hauptwerkstatt in den nächsten zwei Jahren um 30 Prozent zu steigern." Erreicht werden soll das zwar vornehmlich durch veränderte Organisation, aber um sie realisieren zu können, braucht es Hilfsmittel inform von moderner Hard- und Software. Fordert Jentz: "Das KnowHow in AV und Werkstatt muss für beide Seiten jederzeit verfügbar und damit transparent sein alle für die Werkstatt wichtigen Informationen soll sie zukünftig online von der AV abrufen können."

Das heisst also, dass nicht allein die NC-Programme via DNC jederzeit an die jeweilige Werkzeugmaschine zu holen sind, sondern dass auch alle sonstigen Angaben über Werkzeug-Bestückung und Einstell-Daten, ja sogar die Spann-Skizze von den Werkern abgerufen werden können. "Darüber hinaus wollen wir über BDE/MDE die Werkstatt auch für die Betriebsleitung transparent machen - das Ziel ist dabei nicht, die Werker zu kontrollieren, sondern Schwachstellen zu erkennen und gezielt zu beheben", verweist Jentz auf die nächsten Pläne.

Nun haben die Götter vor den Erfolg nun mal den Fleiss gesetzt - das gilt auch für effiziente NC-Fertigung: um sie zu erreichen, ist es eine Sache, in (noch) modernere Werkzeugmaschinen zu investieren, und eine weitere, in jeder Beziehung schlanker zu werden. Aber zum Abspecken gehört nicht nur der Wille, sondern nicht weniger gehören dazu gezielte Massnahmen. Weiss Jentz: "Bevor man sie initiieren kann, muss man natürlich wissen, wo man steht man muss also zunächst für Transparenz sorgen." Das ist manchmal ohne jeden, manchmal freilich nur mit gewissem Aufwand möglich...

...zur ersten Kategorie gehörte in der Zentralwerkstatt der HKM die simple Erkenntnis, dass es da für das Zusammen- und für das Voreinstellen der Werkzeuge namentlich für die NCWZMs (rein numerisch) anderthalb unproduktive 'Fertigungs-Begleiter' gibt. Und da ist natürlich die Frage legitim, ob sie unabdingbar nötig sind und
ob sie nicht durch moderne Organisations-Hilfsmittel zu ersetzen wären...

... und da ist desweiteren gleichfalls offensichtlich, dass da drei NC-Progammierer seit Jahren äusserst flexibel dafür sorgen, dass lauffähige NC-Programme fürs Drehen, Fräsen und Brennschneiden in die Werkstatt kommen. Und bei ihnen liegt nahe, ihnen auch vergleichbare andere Aufgaben anzuvertrauen - nur: dann müssten sie zeitlich entlastet (also schneller gemacht) werden...

... und da ist ausserdem der Verdacht, dass es da jede Menge Zerspanwerkzeuge (namentlich Hartmetall-Wendeschneidplatten) gibt, die wohl einmal dringend gebraucht, danach aber niemals wieder geordert wurden und als teures (und eben wirklich... !) 'Totes Kapital' so ganz unnötig das Betriebs-Ergebnis verschlechtern...

Jedoch was dagegen tun? Die erste Antwort kam von der Coscom GmbH, für deren 'Dialog'-NC-Programmier-System sich die HKM bereits '91 entschieden hatte (zuvor wurde mit einem andren System programmiert): da offerierten die Oberbayern '95 aufgrund des mit ihnen abgeschlossenen Wartungs-Vertrags inform von ,WinProfi' ihrem Kunden vom (Nieder-)Rhein ein Software-UpDate, das ihn beim Programmieren der NC-WZMs zum Fräsen, Drehen und Brennschneiden (gegenüber dem 'Dialog'-System) um glatt 50 Prozent schneller machte - das setzte also in der AV richtig Kapazität frei...

... nur: wie sie nutzen? Das eine wäre, dem (wohl begründeten) Verdacht nachzugehen, dass bei der Tooling-Vielfalt wohl im Lauf der Jahre übertrieben worden sei, und das andre würde im weitesten Sinn bedeuten, die Kommunikation zwischen AV und Werkstatt zu vereinfachen und (auch so) zu beschleunigen. Referiert Jentz und bestätigt: "Wir wollten beides haben und suchten deshalb nach einer Möglichkeit, sowohl die Kommunikation zwischen AV und Werkstatt zu vereinfachen und damit zu beschleunigen als auch, die vermutete Werkzeug-Vielfalt erstens zu verifizieren als auch dann reduzieren zu können."

Bei sorgfältiger Prüfung und Bewertung aller Alternativen blieben die HKM
angesichts ihres ebenso anspruchsvollen wie umfangreichen Pflichtenhefts bei ihrem ursprünglichen (Hard- und) Software-Partner Coscom. Begründet Jürgen Döring, Vertriebs-Beauftragter der Coscom Computer GmbH & Co, Systeme KG: "Ein ganz wesentlicher Grund für unsere Akzeptanz vor allem in der metallbearbeitenden Industrie ist erstens, dass wir als System-Lieferant unseren Kunden alle relevanten Fertigungs-Technologien unter einer einheitlichen Oberfläche bieten - also 2D und 3D-Fräsen, Mehrachs-Drehen, Brennschneiden, Stanzen/Nibbeln, Erodieren: das erleichtert den NC-Programmierern ihre Aufgabe und macht sie darüberhinaus flexibel", und lobt dann weiter: "Zweitens aber ist da unser 'Joker'-Konzept von Vorteil", und erklärt: "Das Coscom-Quellen-NC-Programm wird nach DIN 66025 erzeugt und ist leicht zu verstehen - die entsprechenden Technologie-Befehle werden erst in einem separaten zweiten Schritt erteilt: das hat den immensen organisatorischen Vorteil, dass beim eigentlichen NC-Programmieren noch nicht entschieden werden muss, auf welcher NC-Werkzeugmaschine das jeweilige Teil zu fertigen ist - dieses Coscom-Merkmal macht unsere Kunden also wirklich flexibel und damit unabhängig", und fährt werbend fort: "Drittens jedoch - und das mag der wichtigste Punkt sein - besticht das umfassende Fertigungs-Konzept von Coscom: offerieren wir doch als einer der wenigen Anbieter für die Fertigungs-Automation alle notwendige Hard- und Software für eine durchgängige Prozesskette im bidirektionalen Datenverkehr von der Anbindung an ein PPS-System bis hinunter zur NC-Werkzeugmaschine. Das schafft in der NC-Fertigung die zurecht geforderte Transparenz."

Bestätigt Jentz konkretisierend: "Neben dem Programmieren brauchten wir für die angestrebte transparente Fertigungs-Organisation natürlich DNC, und wollten darüberhinaus der Werkstatt online die auftragsbezogenen Einrichteblätter, die Zeitberechnung, die Werkzeugliste, die Spann-Situation liefern können, um so in der Werkstatt die Einricht- und Umrüstzeiten zu verringern", und anerkennt: "Coscom bietet diese gesamte Palette und darüber hinaus auch noch Software für die Betriebs- und Maschinen-Datenerfassung", und resümiert: "Da bleibt als einzige Schnittstelle die zum PPS für alles sonst nur einen Ansprechpartner zu haben, ist natürlich ein grosser Vorteil."

Aber das ist nicht der einzige - so lobt HKM-Betriebs-Techniker
und -NC-Programmierer Hermann-Diether Kunze: "Die Software von Coscom für die Fertigungs-Organisation ist sehr offen - so konnten wir für die im vergangenen Jahr installierte Betriebsmittel-Verwaltung eigene Masken generieren, die ganz unseren individuellen Bedürfnissen entsprechen; wir mussten uns also nicht in ein vorgegebenes Korsett zwängen, sondern konnten die Oberflächen - so, wie wir sie brauchten - für uns umfassend angepasst gestalten."

Der 'BMODesigner' von Coscom brachte den HKM indes zweierlei: erstens ungeahnt viel Arbeit und zweitens eine enorme Erleichterung. Erklärt HKM-Betriebstechniker und -NC-Programmierer Wolfgang Allzeit: "Dieses Coscom-Programm für die Betriebsmittel-Organisation half uns zunächst, unsere Bestände an Zerspan-Werkzeugen, Wendeschneidplatten und Vorrichtungen zu sichten und zu ordnen, alles Überflüssige zu eliminieren und zwang uns, die Merkmale all der Tools, die wir wirklich brauchen, in die Datenbank aufzunehmen", und seufzt: "Das war eine zwar notwendige, aber wirklich schlimme Arbeit." Aber sie hat sich mehr als gelohnt: so reduzierte die Hauptwerkstatt die bisherige WSP-Vielfalt auf nun glatt eindrittel und verringerte die Tool-Lieferanten von neun auf drei (also gleichfalls um zweidrittel). Da genügt wohl allein die rethorische Frage nach dem Effekt beim Einkauf und bei der Lagerhaltung...

Die Installation des 'BMODesigner' war (und ist) natürlich Voraussetzung für die Investition in das 'FDM/FISManagement'-System von Coscom, das die Werkstücke (nach Zeichnungsnummern), die NC-Programme, die Werkzeuglisten und die Einrichteblätter verwaltet und - wenn denn in der Werkstatt an den Werkzeugmaschinen neue IPCs installiert und sie selbstredend mit der AV online verbunden sind - alle auftrags-relevanten Daten auch von dort abrufbar macht...

... ganz so weit sind die HKM derzeit noch nicht - aber sie werden es sehr bald sein (wobei zu bemerken ist, dass sie schon seit zehn Jahren mit IPCs in der Werkstatt arbeiten - freilich mit software-unabhängigen, über die allein der DNC-Betrieb lief - ihre Leistung blieb also eingeschränkt): nun aber werden in der Werkstatt sukzessiv 'TouchScreen'-IPCs von Coscom installiert (zwei von zunächst zwölf geplanten stehen schon), die den vollen Daten-Austausch
zwischen AV und Werkstatt erlauben und damit die papierlose NC-Fertigung realisieren. Freut sich Jentz: "Wir versprechen uns von der Online-Verknüpfung aller Daten jeweils von Werkstück, NC-Programm, Tools und Vorrichtung zwischen AV und Werkstatt eine nennenswerte Verringerung der Einricht- und Umrüstzeiten beim Auftragswechsel - und sie bestimmen ja bei uns durch die ausgesprochene Einzelteil- und Kleinserien-NC-Fertigung ganz wesentlich die Effizienz unserer Hauptwerkstatt."

Was jetzt noch bei den HKM für die Transparenz in der Hauptwerkstatt fehlt, ist (quantitativ) die IPC-Aufstockung in der Werkstatt und (mittelfristig) die lnstallation der BDE/MDE-Software, die dann über den fraglos wichtigen fertigungstechnischen Durchblick hinaus auch betriebswirtschaftlich weitere erschliessbare Ressourcen zeigt - aber auch dafür erweise sich die Software-Offerte von Coscom angepasst offen...

Quelle: NCFertigung - Juni 1999

http://www.coscom.de


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