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Danach verlangt die Praxis

: Zimmer & Kreim


x-technik im Gespräch mit Helmut Neff, Leiter der Produkt- und Anwendungstechnik bei Zimmer&Kreim.

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Helmut Neff, Leiter der Produkt- und Anwendungstechnik bei Zimmer&Kreim.

Helmut Neff, Leiter der Produkt- und Anwendungstechnik bei Zimmer&Kreim.

Das Voreinstellen mit den vielen manuellen Tätigkeiten nimmt zu viel Zeit in Anspruch. Die ursprünglich geplante Rentabilität der Maschine bleibt auf der Strecke, denn an ein durchgängiges Arbeiten ist gar nicht zu denken. Wie ist das zu ändern?

Hauptzeitparalleles Arbeiten kann diese Problematik auflösen. Während die Maschine läuft, werden extern die Teile gerüstet und voreingestellt und das Programm entsprechend den Abläufen in der Werkstatt vorbereitet.

Softwareinstallation ist doch meist mit unvorhergesehenen Schwierigkeiten verbunden. Kann jeder Mitarbeiter diese Software wirklich nutzen?

Alphamoduli ist tatsächlich das Rundum-Sorglos-Paket für den Anwender. Erstens beraten wir vor und während der Installation. Damit erkennen wir eventuelle Problemfälle im Vorfeld. Zweitens ist diese Software quasi „idotproofed“ – also extrem anwenderfreundlich konzipiert. Auch Mitarbeiter, die kaum oder keine Erfahrung am PC haben, werden ganz schnell damit zurechtkommen. Schließlich kommen wir als Maschinenhersteller von der Anwenderseite. Wir verstehen deshalb die Anforderungen und haben unsere Lösungen entsprechend angepasst.

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Helmut Neff, Leiter Produkt- und Anwendungstechnik (rechts im Bild), im Gespräch mit Anwendern.

Helmut Neff, Leiter Produkt- und Anwendungstechnik (rechts im Bild), im Gespräch...

Ist so eine Umstellung denn immer möglich?

Über die Vielzahl der von uns getätigten Installationen hinweg können wir sagen: Es gab keinen Fall, in dem unsere Standardsoftware den Kundenprozess nicht wesentlich verbessern konnte. Jeder Betrieb eignet sich für diese Umstellung. Besser gesagt: Eigentlich kommt niemand drum herum. Der Wettbewerb zwingt ihn dazu.

Werden die Daten, die so verfügbar sind, weiter verwendet?

Die Datenentstehung beginnt mit der Konstruktion und endet in den meisten Betrieben auch dort – ohne Verfügbarkeit für andere Bereiche und mit der Folge, dass bereits durchdachte Vorgehensweisen neu erarbeitet werden müssen. Klar, das bedeutet doppelte Arbeit, Zeitverlust, Informationsverlust und häufige Rückfragen in die Konstruktion – mit allen damit verbundenen Reibungsverlusten. Unterm Strich geht da bares Geld verloren. Unsere Software übernimmt alle relevanten Informationen aus der Konstruktion in die Werkstatt und stellt sie allen Mitarbeitern in allen Prozessschritten zur Verfügung – zeitsparend und wirkungsvoll.

Der Prozess wird in jedem Fall transparent und durchgängig. Alle Prozessschritte und alle Stationen kennen den gleichen Teilenamen und alle reden von den gleichen Nullpunkten. Das ist in vielen Betrieben ein ganz neuer Zustand.

Was passiert, wenn Fehler gemacht werden oder Probleme entstehen?

Seit 1990 befassen wir uns mit dem Thema Voreinstellen, Messverfahren, Spannsysteme und deren Toleranzen. Das gesamte Prozess-Know-how ist in unserem Hause verankert. Aus dieser Erfahrung heraus haben wir Sicherheits-Checks eingebaut, die das „Tun“ des Anwenders überwacht und ihn gegebenenfalls warnt bzw. informiert. Ein Beispiel: Wir prüfen, ob ein Werkstück eine Mindesthöhe hat, ansonsten erzeugen wir keine lauffähigen Programme. Damit ist z. B. die Gefahr eines Spindelbruchs deutlich minimiert.

Wie stehen Sie zu dem Argument, dass Software die eigenen Leute entbehrlich macht. Hindert das nicht oft den Willen, eine solche Veränderung auch durchzuführen?

Der Wettbewerbsdruck fordert schnellere Prozesse. Durch diesen ersten Schritt der Automation werden stumpfsinnige, zeitaufwendige Tätigkeiten vom Menschen auf das System übertragen. Der Arbeitsplatz wird moderner und attraktiver. Er wandelt sich vom reinen Bediener zum Arbeitsvorbereiter. Der Mensch kann sich damit auf die wesentlichen Aufgaben konzentrieren und steigert mit den neuen Fähigkeiten und Kompetenzen seinen Wert am Markt. In Summe vernichtet der Schritt in Software zur Automatisierung nicht Arbeitsplätze, sondern macht sie qualifizierter und wertvoller.

Was könnte denn nach und nach noch automatisiert werden, ohne dass die Investition zu groß wird? Was wäre sinnvoll und was ist überschaubar?

Automation gibt es nicht von der Stange. Für jeden gibt es eine eigene Richtung, die man einschlagen kann. Jede einzelne Technologie in der Werkstatt sollte auf die Umsetzbarkeit zur Voreinstellung überprüft werden – also Fräsen, Messen, Erodieren, Drahtschneiden. Dort,
wo es Engpässe gibt, gilt es den Automatisierungsgrad zu erhöhen. Das kann z. B. durch ein Handlingsystem wie unser Chameleon, ein Jobmanagement für flexible, automatische Auftragsbearbeitung und geschickte Schnittstellen zu anderen Systemen geschehen. Mit Alphamoduli lässt sich das Schritt für Schritt in kleinen Modulen realisieren. Die Investition für jeden dieser Bausteine amortisiert sich ab dem ersten Tag der Umsetzung – egal für welche Technologie.

Aber wie auch immer die individuelle Ausgestaltung aussieht: Mit Alphamoduli hält sich der Werkzeug- und Formenbauer stets den Weg in eine nächste oder andere Ausbaustufe seiner Werkstatt offen – nach dem Prinzip „kleinstmögliche Kosten für größtmögliche Effizienzsteigerung“. Alphamoduli kann sich jeder Betrieb leisten. Aber ohne dieser Software zu arbeiten, wird man sich in Zukunft vielleicht nicht mehr leisten können.
Helmut Neff, Leiter der Produkt- und Anwendungstechnik bei Zimmer&Kreim.
Helmut Neff, Leiter Produkt- und Anwendungstechnik (rechts im Bild), im Gespräch mit Anwendern.


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