Fachverlag x-technik
search
 

Schließen


Der letzte Schliff

: Stäubli


Auch schmutzige Jobs müssen erledigt werden – ob manuell oder automatisiert. Nur, wer macht das schon gerne? Kein Problem damit hat ein voll gekapselter Stäubli Roboter TX 60, der in Schutzart IP 65 - das Handgelenk gar in IP 67 - gehalten ist. Bei der Oberndörfer Präzisionsteile GmbH können dem Sechsachser auch extreme Arbeitsbedingungen wie Öle, Staub, Abrieb oder ungewöhnliche Temperaturen nichts anhaben.

8201
Die komplette Anlage ist sehrt kompakt gebaut und geht daher sehr sparsam mit der kostbaren Hallenfläche um.

Die komplette Anlage ist sehrt kompakt gebaut und geht daher sehr sparsam mit...

Bereits seit Ende der 90er Jahre arbeiten bei Oberndörfer drei Index MS 52 Mehrspindeldrehautomaten, die mit Stäubli Robotern ausgestattet sind und seither stets präzise und nahezu wartungsfrei ihren Dienst verrichten. „Wir bei Oberndörfer kümmern uns um die kleinen Dinge, die die Global-Player für ihre Produkte brauchen“, erläutert Projektleiter Jürgen Stiebler, „wo höchste Präzision zu wettbewerbsfähigen Preisen gefragt ist, sind wir mit unserem Maschinenpark der kompetente Partner.“

Allerdings, der permanente Kostendruck, den die Zulieferer zu spüren bekommen, führt auch bei Oberndörfer dazu, dass in der Produktion mehr und mehr automatisiert wird. Doch nicht nur der Preisdruck führt zu mehr Automation, auch der Fachkräftemangel im ländlichen Raum zwingt zum Umdenken. „Wenn wir bei gleich bleibenden Mitarbeiterzahlen schneller und mehr produzieren wollen“, erklärt Geschäftsführer Albrecht Oberndörfer, „muss der Automatisierungsgrad eben entsprechend erhöht werden.“ Eine aktuelle Erweiterung des Maschinenparks besteht in einer robotergestützten, vollautomatisierten Feinbearbeitungsanlage, in der ein zentral angeordneter Stäubli TX 60 Sechsachser für die lagerichtige Teilebeschickung verantwortlich ist.

Feinschliff auf das Tausendstel genau

Um einem Rotationskolben, der in einer Benzin-Einspritzpumpe arbeitet, den letzten Schliff auf den Tausendstel Millimeter genau zu geben, hat sich Oberndörfer für den Finishmaster Z 600 der Schweizer ProTech AG entschieden. Im Z 600 kommt eine besondere Bearbeitungstechnik für feinste Oberflächen zum Einsatz –
das Bandfinishing. Dabei handelt es sich um eine Art Bandschleifen, wobei das, je nach Anwendung, eingesetzte Schleifmittel auf einem Band aufgebracht ist, das kontinuierlich prozessgesteuert von einem Bandfinishgerät abgerollt und mit geregeltem Anpressdruck auf das nass zu bearbeitende Werkstück gedrückt wird. Dabei entsorgen entsprechende Auffangeinrichtungen die anfallenden Schleifrückstände und separieren sie zur späteren Entsorgung.

So entstehen exakte und reproduzierbare Oberflächen, die die unterschiedlichsten Eigenschaften, von Hochglanz bis zu einer eventuell notwendigen Strukturierung, aufweisen. Besonders eignet sich die Anlage zum Polieren und Strukturieren der Oberflächen auf Wellen und Kolben. Ein weiterer Vorteil ist die gleich bleibende und homogene Oberflächenstruktur und somit auch die reproduzierbare Qualität, die die so endbearbeiteten Teile aufweisen. Die offene Bauweise des Finishmaster ist geradezu prädestiniert für die Erweiterung um eine robotergestützte Teilezuführung, wie bei Oberndörfer realisiert. Außerdem lässt sich die Maschine einfach in eine Montagelinie integrieren.

Kurzer Prozess

Zu Beginn des Prozesses greift sich der Stäubli TX 60 aus einer manuell aufgelegten Palette ein zu bearbeitendes Teil. Eine Sensorik erkennt dabei Anwesenheit und Position der Teile und gibt die Daten an die Steuerung weiter. Lichtschranken sorgen an dieser Stelle zudem dafür, dass während der Teileentnahme, im Falle eines Zugriffs in die offene Zelle, die Anlage sofort stoppt. Der Roboter dreht sich mit dem gegriffenen Teil nun um etwa 180° und übergibt es einer Spannvorrichtung, die das Teil zwischen Spitzen aufnimmt. Der Roboter fährt dann auf Warteposition über der Schleifstation zurück. Nun glätten die zwei Bandfinisher die raue Teileoberfläche, ein ständiges Spülen mit einer öligen Lösung entfernt Schleifstaub und kühlt das Werkstück. Ist der Schleifvorgang beendet, greift der Roboter den öligen Kolben ab und legt ihn zurück auf die Palette.
Der Vorgang wiederholt sich vier Mal in der Minute.

Oberndörfer bearbeitet so in der Woche nahezu 10.000 Rotationskolben für den BMW- und PSA-Konzern. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als sei der TX 60 mit dieser Aufgabe ein wenig unterfordert – ölige, schmierige Teile, die hochgenau lagerichtig zugeführt werden müssen, sind auch für einen Handlingprofi immer auf das Neue eine Herausforderung. „Stäubli Roboter haben sich bei uns für solche Aufgaben bestens bewährt. Die Maschinen kommen mit den zum Teil sehr schwierigen Umgebungsbedingungen problemlos zurecht, arbeiten äußerst zuverlässig und lassen sich aufgrund ihrer kompakten Bauweise, auch unter engen Platzverhältnissen, bestens integrieren“, so Jürgen Stiebler.

Die guten Erfahrungen mit den Stäubli Robotern fließen im Hause Oberndörfer wie selbstverständlich in die Planung und Realisierung neuer, automatisierter Fertigungsanlagen ein. Die neu geschaffene Abteilung Projektplanung/Automatisierung, unter Leitung von Jürgen Stiebler, hat so - die positiven Eindrücke mit dem Stäubli TX 60 im Einsatz in der Finishmaster Z 600 gaben dafür die Grundlage - erstmals eine eigens entwickelte Beladezelle konstruiert, in der ein Stäubli Sechsachser des Typs TX 60L auf kleinstem Raum Teile lagerichtig einer Fräsmaschine zuführt und einem Meßsystem zur Verfügung stellt.

Zum Firmenprofil >>



Special Digitalisierung der Zerspanungstechnik

WT_Technology-Center_Toolroom_vernetzt.jpg Die aktuell wichtigste Aufgabenstellung für Hersteller und Anwender von Werkzeugmaschinen ergibt sich aus der Digitalisierung der Produktionsumgebungen. Auf der EMO 2017 haben zahlreiche Anbieter IHRE Möglichkeiten für eine Smarte Zerspanung vorgestellt – mit unterschiedlichem Fokus spiegelten sich vielfältige Lösungen zur Vernetzung, Datenanalyse und zu neuen Services wider.
mehr lesen >>

Im Gespräch

/xtredimg/2019/Fertigungstechnik/Ausgabe279/18292/web/Bild_1.jpgQualität unter Kontrolle
Seit Anfang April gibt es einen „neuen“ Mann an der Spitze von Hexagon Österreich. Im weitesten Sinne könnte man in diesem Fall sogar von einer Rückkehr sprechen, zumal Thomas Szirtes vor ziemlich genau zehn Jahren bereits einmal für die Hexagon-Gruppe tätig war – als Regionalvertriebsleiter bei der m&h Inprocess Messtechnik GmbH nämlich. Nun hat er in seiner ersten Geschäftsführer-Position „einiges“ vor: So will er beispielsweise gemeinsam mit seinem Team vermehrt dazu übergehen, ganze Prozesse zu automatisieren, um die Lücke zwischen Produktion und Qualitätssicherung zu schließen. Das Gespräch führte Sandra Winter, x-technik
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren