Fachverlag x-technik
search
 

Schließen


Flachteile spannen leicht gemacht

: Gressel


Selbst wenn ein Anwender für die Bearbeitung kubischer Werkstücke ein modernes CNC-Bearbeitungszentrum zur Verfügung hat, ist damit das Ratio-Potenzial der mechanischen Fertigung noch lange nicht ausgereizt. Erst die perfekte Kombination aus Werkzeugmaschine, Werkzeugspannung, Werkzeugen und vor allem Werkstück-Spanntechnik führt zum Erfolg. Dies gilt vor allen Dingen im weiten Feld der Einzel- und Kleinserienfertigung, wenn häufig Umrüsten angesagt ist. Deshalb bedarf es einer ganzheitlichen Sichtweise, unter Einbeziehung aller relevanten Aspekte und es sollten auch einmal unkonventionelle Lösungsansätze Berücksichtigung finden – wie bei Christ Packing Systems GmbH & Co. KG.

Gressel_Spannsysteme1.jpg
Der Maschinentisch des BAZ Hurco DCX 22 ist ausgerüstet mit fünf Universal-multrigrip-Spannsystemen zum flexiblen Spannen unterschiedlichster Werkstücke – hier von zwei langen, identisch zu bearbeitenden Stahlprofilen.

Der Maschinentisch des BAZ Hurco DCX 22 ist ausgerüstet mit fünf Universal-multrigrip-Spannsystemen...

Markenzeichen der Christ-Maschinen sind höchste Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Qualität, was nicht zuletzt auf den sehr hohen Grad an eigener Herstellung zurückzuführen ist. Dazu sagte Markus Gnant, Leiter Mechanische Fertigung: „Wir haben unsere Fertigung stark auf den Dienstleistungsgedanken ausgerichtet, da im Sondermaschinenbau nur sehr wenig Zeit für die Produktion der Einzelteile bleibt. Dem entsprechend sind unsere Abläufe konsequent durchorganisiert – bis hin zu identischen Werkzeug-Bestückungen der acht Bearbeitungszentren, um sozusagen an jeder Maschine alles machen zu können.“

Effizienz-Defizite in der Werkstück-Spanntechnik

Jedoch stellte man in der betrieblichen Praxis auch einige Effizienz-Defizite fest – nämlich im Bereich Werkstück-Spanntechnik – und dies trotz einer Basisausrüstung mit universell nutzbaren Spannstöcken. „Schuld“ daran sind zum einen das sehr große Teilespektrum mit verschiedensten Abmessungen (einige Millimeter bis zwei Meter), unterschiedlichsten Werkstoffen und Chargengrößen von 1 bis 10 Stück, höchst verschiedene Bearbeitungslaufzeiten von wenigen bis zig Minuten sowie damit verbundene, häufige Rüst-/Umrüstvorgänge (bis zu sieben pro Tag und Maschine).

Besonders schwierig gestaltete sich das Spannen von Platten und ähnlichen Flachteilen oder auch großformatiger Rückwände, Grundelemente und Schweißgestelle, sodass Markus Gnant sich auf die Suche nach einer universell nutzbaren, spanntechnischen
Gressel_Spannsysteme3.jpg
Maximale Nutzung des Maschinentischs durch die Installation der multigrip- Festbackeneinheit am hinteren Tischrand und dem Setzen der Verstellbacken zur Werkstück-Fixierung im gut zugänglichen, vorderen Tischbereich.

Maximale Nutzung des Maschinentischs durch die Installation der multigrip- Festbackeneinheit...

Alternative machte. Zu Hilfe kam ihm dabei der langjährige Lieferpartner für Werkzeuge und Werkstück-Spanntechnik, AToS GmbH, der in seinem Spannmittel-Lieferprogramm auch den Schweizer Spezialisten für Werkstück-Spanntechnik, Gressel AG, führt.

Markus Gnant von Christ, Klaus Hiltensperger von AToS und Frank Scheurer von Gressel analysierten gemeinsam sowohl das Teilespektrum als auch die spann-, rüst- und bearbeitungstechnischen Anforderungen. Frank Scheurer und die Anwendungstechniker von Gressel arbeiteten dann einen Vorschlag aus, der bei Christ Packing Systems sofort auf gute Resonanz stieß und die gestandenen Praktiker überzeugen konnte.

Es handelt sich dabei um eine in jeder Hinsicht hochflexible Spannlösung auf Basis des Universal-Werkstück-Spanners multigrip 90-650. Bestehend aus den Standardelementen Grundschiene mit 90 mm Breite und 650 mm Länge, Verbindungsstück, feste Referenzbacke, Verstellbacke und teilespezifische Wechselbacken, können damit so gut wie alle anfallenden, spanntechnischen Aufgaben gelöst werden. Folglich wurde zunächst ein Bearbeitungszentrum mit dem multigrip-Spannsystem von Gressel ausgerüstet – und zwar mit insgesamt fünf identischen Spanneinheiten, kombiniert aus jeweils zwei Grundschienen, einem Verbindungsstück, einer festen Referenzbacke und einer auf der ganzen Grundschienenlänge beliebig verschieb- und einstellaren Verstellbacke.

Die Spanneinheiten sind fest auf dem Maschinentisch installiert
Gressel_Spannsysteme2.jpg
Aufbau der multigrip-Spanneinheiten, bestehend aus zwei Grundelementen, zwei Verbindungsstücken, einer Festbacke, wahlweise eine oder mehrere Verstellbacken.

Aufbau der multigrip-Spanneinheiten, bestehend aus zwei Grundelementen, zwei...

und ausgerichtet, so dass die Verstellbacken nur noch auf das jeweilige Werkstück und die Bearbeitungsanforderungen hin ausgerichtet werden müssen. Der Clou dabei ist, dass pro Grundschieneneinheit jeweils eine weitere Verstellbacke montiert werden kann, womit es bei Bedarf möglich ist, auf jeder Grundschieneneinheit bis zu zwei gleiche oder verschiedene Werkstücke zu spannen.

Garantierte Flexibilität

Zusätzlich können mit dem multigrip-Spannsystem hochflexibel Einzel-, Doppel- oder Mehrfach-Spannungen durchgeführt werden. Ob eine große Platte, zwei gleiche oder verschiedene Flachteile, oder ob eine Anzahl gleicher bzw. verschiedener Werkstücke, die in einem Durchgang bearbeitet und buchstäblich „abgearbeitet“ werden sollen – es muss lediglich entsprechend aus-, um- oder nachgerüstet werden und dies nimmt laut Markus Gnant nur noch einen Teil des ehemaligen Rüst-/Umrüstaufwands ein: „Wir arbeiten zweischichtig und rüsten, je nach Fertigungsaufwand der Werkstücke, am Tag bis zu sieben Mal um. Musste früher oftmals um- und neu aufgespannt, das Spannmittel wegtransportiert bzw. ein anderes geholt werden, was pro Rüstvorgang bis zu einer Stunde dauern konnte, so benötigen wir heute im Durchschnitt noch 15 bis 20 Minuten – ausgehend vom Vergleich Schraubstöcke positionieren, mit oder ohne Backenwechsel, zu Backenverstellen mit dem neuen Spannsystem. Bei etwa sieben Umrüstvorgängen pro Arbeitstag lässt sich sehr schnell ausrechnen, was wir an Effizienzsteigerung und besserer Nutzung der Maschinenlaufzeiten erzielt haben.“

Am größten ist der Ratio-Effekt natürlich beim Umrüsten
Gressel_Spannsysteme4.jpg
Multigrip-Baukasten-Spannsystem von Gressel – bestehend aus dem Grundelement mit Festbacke, dem Verstellelement mit Wechselbacken und einklinkbaren Präzisions-Unterlagen.

Multigrip-Baukasten-Spannsystem von Gressel – bestehend aus dem Grundelement...

der Spannmittel von „kleinen“ auf „große“ Teile und umgekehrt, was früher ein ziemlicher Akt war und heute 50 Prozent weniger Zeit- und noch weniger Handling-Aufwand verlangt. Dazu führte Frank Scheurer aus: „In Theorie und Praxis ersetzen wir mit dem Universal-multigrip-Spannsystem nicht nur fünf herkömmliche Universal-Spannstöcke, sondern auch die zum Spannen von Platten und großen Flachteilen unerlässlichen Niederzugspanner sowie spezielle Spannmittel für Sonderwerkstücke. Die multigrip-Spanner funktionieren ja grundsätzlich nach dem Prinzip Niederzugspannung und brauchen, durch die Möglichkeit der Verwendung angepasster Wechselspannbacken, eigentlich in keinem Fall ausgetauscht werden. Einfach die Backen versetzen – fertig.“

Pfiffige Details erleichtern die Arbeit

Damit der nachweislichen Vorteile des multigrip-Spannsystems aber immer noch nicht genug, denn auch beim Spannen von Platten und größeren Flachteilen spielt die Kombination Niederzugspannung und präzise Werkstückauflage ihre Stärken voll aus. Zum einen sind die Grundschienen hochpräzise auf eine Höhe von 60 mm +/- 0,01 mm geschliffen. Zum anderen gibt es dazu präzisionsgeschliffene Unterlagen, die nicht einfach nur auf den Schraubstock zu stellen sind, sondern in einer geschliffenen Nut exakt geführt und per Feder fixiert sowie fest gespannt werden. Demnach bleiben sie dort, wo man sie hingesetzt hat, lassen sich aber jederzeit frei positionieren, während die bekannten, geschliffenen Unterlegleisten des Öfteren umfallen und ihre Funktion nur unzureichend wahrnehmen. Schließlich sind alle Module des Universal-multigrip-Spannsystems
kompatibel und untereinander austauschbar, so dass durch neue Anordnungen und Kombinationen fast jede spanntechnische Konfiguration möglich ist, ohne dafür weitere Investitionen tätigen zu müssen.

Abschließend meinte ein mit der Lösung multigrip sichtlich zufriedener Markus Gnant: „Durch die Auslegung als Niederzug-Spanner können wir die ganze Tischfläche des Bearbeitungszentrums in Anspruch nehmen. Die vielfältige und von uns maximal wahrgenommene Nutzung, die Möglichkeit der 3-seitigen Bearbeitung an Platten und Flachteilen, die sehr hohe Flexibilität in allen Belangen sowie die schnelle Rüstung bzw. Umrüstung sorgen für eine kurze Amortisationszeit, die das Investment allemal rechtfertigt, zumal es absolut überschaubar ist und auch sukzessive geschehen kann.“
Der Maschinentisch des BAZ Hurco DCX 22 ist ausgerüstet mit fünf Universal-multrigrip-Spannsystemen zum flexiblen Spannen unterschiedlichster Werkstücke – hier von zwei langen, identisch zu bearbeitenden Stahlprofilen.
Maximale Nutzung des Maschinentischs durch die Installation der multigrip- Festbackeneinheit am hinteren Tischrand und dem Setzen der Verstellbacken zur Werkstück-Fixierung im gut zugänglichen, vorderen Tischbereich.
Aufbau der multigrip-Spanneinheiten, bestehend aus zwei Grundelementen, zwei Verbindungsstücken, einer Festbacke, wahlweise eine oder mehrere Verstellbacken.
Multigrip-Baukasten-Spannsystem von Gressel – bestehend aus dem Grundelement mit Festbacke, dem Verstellelement mit Wechselbacken und einklinkbaren Präzisions-Unterlagen.


Zum Firmenprofil >>



Special Digitalisierung der Zerspanungstechnik

WT_Technology-Center_Toolroom_vernetzt.jpg Die aktuell wichtigste Aufgabenstellung für Hersteller und Anwender von Werkzeugmaschinen ergibt sich aus der Digitalisierung der Produktionsumgebungen. Auf der EMO 2017 haben zahlreiche Anbieter IHRE Möglichkeiten für eine Smarte Zerspanung vorgestellt – mit unterschiedlichem Fokus spiegelten sich vielfältige Lösungen zur Vernetzung, Datenanalyse und zu neuen Services wider.
mehr lesen >>

Im Gespräch

/xtredimg/2019/Fertigungstechnik/Ausgabe282/19879/web/Foto_Lang_Otto.jpgLösungen für eine produktive Zerspanung
Walter fehlte diesmal auf der Ausstellerliste der EMO. Otto Lang, Markt Manager Walter Austria verrät, welchen Anforderungen sich der Werkzeugspezialist aktuell stellen muss und welche Rolle Themen wie Digitalisierung bzw. neue Werkstoffe bei Walter spielen.
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren