Fachverlag x-technik
search
 

Schließen

PDF


Getestet und für gut befunden

: OSG


Mit HPC (High-Performance-Cutting)-Fräsern soll ein deutlich erhöhtes Zeitspanvolumen durch höhere Schnitt- und Vorschubgeschwindigkeiten erreicht werden. Beim Unternehmen Bitzer hatte das neue HPC-Fräser Programm von OSG bewiesen, dass auch in diesem Bereich Standzeiten und Zerspanvolumen neu definiert werden müssen.

/xtredimg/2018/Fertigungstechnik/Ausgabe229/15316/web/OSG_Bitzer_6.jpg
Bislang noch Vc = 175 m/min, Zahnvorschub bis zu 0,29 und eine Spandicke bis neun Hundertstel Millimeter. Künftig sollen Vc auf 240 m/min und damit die Vorschubgeschwindigkeit auf 3,8 m/min erhöht werden.

Bislang noch Vc = 175 m/min, Zahnvorschub bis zu 0,29 und eine Spandicke bis...

Um das Ziel, die Produktivität und Prozesssicherheit weiter zu steigern, sind dazu aber bei den Werkzeugen optimierte Schneidengeometrien, extrem stabile Schneidkanten und wesentlich größere Spankammern notwendig. Anforderungen, die OSG mit der neuen Generation an HPC-Fräsern nicht nur erfüllt sondern in Sachen Standzeit neue Maßstäbe setzt. Diese Erfahrungen macht zumindest das Unternehmen Bitzer GmbH & Co.KG in Denkendorf.

Getestet wurden die Fräser an einem zunächst scheinbar lapidaren Werkstück aus St 37. Ein Werkstoff, der hohe Härteschwankungen aufweist – bei dem man aber deshalb auch schon die unterschiedlichsten Fräser getestet hat. Um objektive Vergleiche anstellen zu können, wurde der Fräser in Denkendorf zunächst mit identischen Schnittwerten vergleichbarer Fräswerkzeuge eingesetzt. Das Ergebnis ist eine Erhöhung der Standzeiten um 60 bis 70 %. Für Geschäftsführer Joachim Bitzer kam diese Verbesserung allerdings nicht überraschend: „Wir arbeiten seit geraumer Zeit im Bereich Tieflochbohren und Gewindeschneiden mit Werkzeugen von OSG und machen da durchwegs positive Erfahrungen. Das war auch der Grund, weshalb wir diesem Test sofort zugestimmt haben. Speziell dieses Bauteil ist mit Losgrößen von 100 Stück prädestiniert dazu. Im Gegensatz zu den getesteten, vermeintlich günstigeren Fräsern haben wir hier festgestellt, dass der OSG-Fräser absolut ruhig und stabil läuft.“

Zertifizierung nach japanischem Standard

Dieser ruhige und stabile Lauf des Fräsers hat nach Auskunft von Magnus Hoyer, Marketingleiter OSG, mehrere Ursachen. Demnach ist die Entwicklung des Fräsers angelehnt an das Titanfräswerkzeug UVX – d. h., es wurden sowohl die ungleiche Teilung, der ungleiche Drall wie die scharfen Schneidkanten
/xtredimg/2018/Fertigungstechnik/Ausgabe229/15316/web/OSG_Bitzer_16.jpg
Ungleiche Teilung, der ungleiche Drall sowie die scharfen Schneidkanten wurden vom Titanfräswerkzeug UVX übernommen. Die HPC-Fräser werden allerdings ausschließlich in Göppingen gefertigt.

Ungleiche Teilung, der ungleiche Drall sowie die scharfen Schneidkanten wurden...

übernommen. Gefertigt werden diese Fräser allerdings ausschließlich in Göppingen – mit einer Zertifizierung nach OSG Standard Japan. Danach reicht es beispielsweise nicht, eine Geometrie rein messtechnisch herstellen zu können. Japan gibt also vor, wie gefertigt werden muss. Konkret geht es dabei um die Fertigung an sich, verbunden mit der Sauberkeit, der Organisation, der Fähigkeit der Messmethoden sowie die Dokumentation. Erst wenn all diese Kriterien erfüllt sind, darf in Göppingen unter dem Namen OSG produziert werden.

Nun werden in Denkendorf nicht unbedingt die Sekunden bei den Laufzeiten gesucht. In der Addition sind es allerdings bei diesem Werkstück in Summe doch noch enorme Zeiteinsparungen, die mit dem HPC-Fräser von OSG erzielt werden. Die derzeitigen Schnittdaten werden mit Vc = 175 m/min, Zahnvorschub bis zu 0,29 und eine Spandicke bis neun Hundertstel Millimeter angegeben. Das ist eine effektive Vorschubgeschwindigkeit von drei bis vier Meter bei einer Zustelltiefe über die gesamte Bauteilhöhe von 30 mm und eine seitliche Zustellung von 10 %. Diese Schnittdaten will Fertigungsleiter Leonardo Eberlein aber nochmals um 30 % steigern: „Die Laufzeiten waren bei diesem Werkstück vermeintlich schon ausgereizt. Da ist eine zwei- bis dreifach bessere Standzeit – auch hinsichtlich unserer Maschinenkapazitäten – schon ein großer Fortschritt. Nachdem wir aber gesehen haben, dass der Fräser die bisherigen Schnittparameter problemlos gehen kann, werden wir einen Schritt weiter gehen und zumindest die Vc auf 240 m/min und damit die Vorschubgeschwindigkeit auf 3,8 m erhöhen“. In einem weiteren Stepp liebäugelt man allerdings auch mit dem Einsatz
auf der 5-Achs-Maschine mit SolidCAM iMachining.

Ein Höchstmaß an Standzeiten

Durch die Optimierung des Werkzeugeingriffwinkels und der Schnittgeschwindigkeit über die gesamte Bearbeitung hinweg, verspricht man sich schneller und tiefer zu fräsen. Speziell beim Abzeilen sind da die Standzeiten gefordert, die man von den OSG HPC-Fräsern erwartet.

Es sind allerdings nicht nur die kurzen Durchlaufzeiten, die den Experten in Denkendorf wichtig sind. Speziell in der Einzelteilfertigung, insbesondere bei kostenintensiven Bauteilen, geht es Joachim Bitzer und Leonardo Eberlein um ein Höchstmaß an Standzeiten und damit um Prozesssicherheit: „OSG ist uns ja schon länger ein Begriff und so wussten wir, dass die Werkzeuge gut sind. Allerdings haben wir OSG aber meist als Problemlöser im oberen Preissegment gesehen. Umso erfreulicher ist es für uns, dass sich die HPC-Fräser trotz des äußerst positiven Zeitspanvolumens und der hohen Standzeiten preislich innerhalb der marktüblichen Bereiche bewegt.“

Bislang noch Vc = 175 m/min, Zahnvorschub bis zu 0,29 und eine Spandicke bis neun Hundertstel Millimeter. Künftig sollen Vc auf 240 m/min und damit die Vorschubgeschwindigkeit auf 3,8 m/min erhöht werden.
Ungleiche Teilung, der ungleiche Drall sowie die scharfen Schneidkanten wurden vom Titanfräswerkzeug UVX übernommen. Die HPC-Fräser werden allerdings ausschließlich in Göppingen gefertigt.
Ein scheinbar lapidares Werkstück aus St 37 allerdings mit hohen Härteschwankungen. Bei den Tests wurde dennoch eine Erhöhung der Standzeiten um 60 bis 70 % festgestellt.
Leonardo Eberlein, Fertigungsleiter bei Bitzer (li.) und Joachim Bitzer (re.), Geschäftsführer.
Im Bereich Tieflochbohren und Gewindeschneiden arbeitet man seit längerem mit Werkzeugen von OSG.


Zum Firmenprofil >>


Bericht in folgenden Kategorien:
Fräswerkzeuge, VHM-Werkzeuge, Schruppfräser

Special Digitalisierung der Zerspanungstechnik

WT_Technology-Center_Toolroom_vernetzt.jpg Die aktuell wichtigste Aufgabenstellung für Hersteller und Anwender von Werkzeugmaschinen ergibt sich aus der Digitalisierung der Produktionsumgebungen. Auf der EMO 2017 haben zahlreiche Anbieter IHRE Möglichkeiten für eine Smarte Zerspanung vorgestellt – mit unterschiedlichem Fokus spiegelten sich vielfältige Lösungen zur Vernetzung, Datenanalyse und zu neuen Services wider.
mehr lesen >>

Im Gespräch

/xtredimg/2019/Fertigungstechnik/Ausgabe279/18292/web/Bild_1.jpgQualität unter Kontrolle
Seit Anfang April gibt es einen „neuen“ Mann an der Spitze von Hexagon Österreich. Im weitesten Sinne könnte man in diesem Fall sogar von einer Rückkehr sprechen, zumal Thomas Szirtes vor ziemlich genau zehn Jahren bereits einmal für die Hexagon-Gruppe tätig war – als Regionalvertriebsleiter bei der m&h Inprocess Messtechnik GmbH nämlich. Nun hat er in seiner ersten Geschäftsführer-Position „einiges“ vor: So will er beispielsweise gemeinsam mit seinem Team vermehrt dazu übergehen, ganze Prozesse zu automatisieren, um die Lücke zwischen Produktion und Qualitätssicherung zu schließen. Das Gespräch führte Sandra Winter, x-technik
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren