Fachverlag x-technik
search
 

Schließen


Kompletter Systemwechsel schützt vor Folgeschäden

: MCU


Bei der Sona BLW Präzisionsschmiede gab es Probleme mit der Werkzeugbrucherkennung. Zeitgleich wurde in eine neue Maschine investiert, die im Standard über Toolinspect von MCU verfügt. Nach intensiven Tests und durchweg positiven Erfahrungen hat man sich danach entschieden, die Systeme auch an den bestehenden doppelspindligen Drehmaschinen zu tauschen.

/xtredimg/2017/Fertigungstechnik/Ausgabe198/13002/web/MCU_SONA_(1).jpg
Aufgrund der durchweg positiven Erkenntnisse wurden auch die doppelspindligen Futterdrehmaschinen von Weisser mit Toolinspect nachgerüstet.

Aufgrund der durchweg positiven Erkenntnisse wurden auch die doppelspindligen...

Werkzeugbruchkontrollen sind einerseits effiziente Softwarelösungen um Werkzeugbruch oder einen Crash zu verhindern. Andererseits werden diese Systeme in der Praxis aufgrund der komplexen Bedienung häufig ausgeschaltet. Dem war bei Sona zwar nicht so, allerdings wurde bei einer intensiven Recherche festgestellt, dass zirka 85 Prozent nach zwei bis drei Jahren nicht mehr aktiv waren. Intensive Gespräche bzw. Untersuchungen mit dem Anbieter der Werkzeugbruchkontrolle ergaben, die Kraftsensoren wurden über Jahre aggressiven Kühlschmierstoffen ausgesetzt und so in ihrer Funktion beeinträchtigt.

Eine Situation, die für Markus Hinsberg, Leiter mechanische Fertigung BLW, nicht länger tragbar war: „Wir setzten die Werkzeugbrucherkennung aus zwei wesentlichen Gründen ein. Der erste ist natürlich, um einen Werkzeugbruch zu erkennen und Ausschuss zu reduzieren. Folgenschwerer sind allerdings Folgeschäden aus einem Werkzeugbruch, wenn beispielsweise der gesamte Werkzeughalter aus dem Revolver bricht. Wir bearbeiten aber auch sehr kostenintensive Bauteile. Von der 100 Prozent Messstation wird der Prozess erst nach drei ‚nicht in Ordnung‘-Bauteilen angehalten. Hierbei ist die Werkzeugbrucherkennung schneller und es werden Ausschusskosten reduziert.“

Nun versprechen Sensoren mit Piezoquarz eine schnelle Reaktion, Kollisionsschutz und gelten als feinfühliger. Dafür müssen diese Sensoren aber sehr nah an der Spindel, dem Revolver oder der Schneide verbaut werden und sind so zwangsläufig im Arbeitsraum dem Kühlschmiermittel ausgesetzt. Die Prozessüberwachung Toolinspect dagegen arbeitet digital. Uwe Schröter, Geschäftsführer MCU, sieht darin einen wesentlichen
/xtredimg/2017/Fertigungstechnik/Ausgabe198/13002/web/MCU_SONA_(3).jpg
Geplant ist, demnächst auch diese beiden Weisser Maschinen mit Toolinspect auszustatten.

Geplant ist, demnächst auch diese beiden Weisser Maschinen mit Toolinspect...

Vorteil: „Wir hatten diese Piezosensoren ebenfalls im Programm, bieten diese aber nicht mehr an, denn im Arbeitsraum sind sie aggressiven Medien ausgesetzt und werden häufig zwischen Gehäuse und Kabel undicht. Mit Toolinspect greifen wir deshalb direkt im Schaltschrank die Ist-Werte der kompletten Antriebskonstellationen der Maschine ab.“

Intensive Tests mit neuen Erkenntnissen

Bei Sona war es ein schleichender Prozess, denn zu geringen Teilen funktionierten die Systeme ja noch. Nachdem man aber den Defekt erkannt hatte, ließ man alle eingesetzten Systeme ausbauen. Zeitgleich wurde in eine Drehmaschine von Emag investiert. Die vertikale Pick-Up-Drehmaschine VL 5i ist bei der Werkzeugbrucherkennung bereits im Standard mit Toolinspect ausgerüstet und so wurde in Remscheid das neue System getestet. Aufgrund der durchweg positiven Erkenntnisse sollten deshalb auch die doppelspindligen Drehmaschinen von Weisser mit Toolinspect nachgerüstet werden. Nun hatte man bei Weisser zu der Zeit zwar noch keine Erfahrungen mit diesem System, dennoch ging man diesen Schritt. Ein Schritt, der für Uwe Schröter folgerichtig und nahezu risikofrei ist: „Wir haben an Weisser Maschinen bereits vor sechs Jahren für einen großen Automobilhersteller nachträglich Toolinspect integriert. Wenn der Anwender über die PLC verfügt, ist das für uns auch kein Problem. Mittlerweile haben wir hier den Status A-Lieferant und Weisser bietet inzwischen auch unsere Werkzeug- und die Kollisionsüberwachung an.“



Je nachdem mit welchen Funktionalitäten
ausgestattet, gelten Systeme zur Werkzeugbrucherkennung als sehr sensibel und komplex. „Wir haben mittlerweile einige Drehmaschinen mit Toolinspect ausgerüstet. Ausgeschaltet werden die Systeme nicht. Im Gegenteil, weil es sehr einfach ist, den Prozess zu teachen, freuen sich die Kollegen über diese Funktion. Ein Werkzeugbruch inkl. Revolver wäre ja ein erheblicher Aufwand, den Schaden zu beheben“, betont Markus Hinsberg abschließend.

Aufgrund der durchweg positiven Erkenntnisse wurden auch die doppelspindligen Futterdrehmaschinen von Weisser mit Toolinspect nachgerüstet.
Geplant ist, demnächst auch diese beiden Weisser Maschinen mit Toolinspect auszustatten.
Die vertikale Pick-Up-Drehmaschine VL 5i von Emag war bei der Werkzeugbrucherkennung bereits im Standard mit Toolinspect ausgerüstet. So wurde in Remscheid das neue System erstmals getestet.
In Remscheid werden ca. 100.000 Differenzialkegelräder am Tag produziert.
Bei Toolinspect ist die Bedienung einfach, die Oberfläche wie die Definition der Zyklen im NC-Programm übersichtlich.
„Selbstverständlich setzt man solch ein System ein, um einen Werkzeugbruch zu erkennen und Ausschuss zu reduzieren. Wichtig ist aber auch, Folgeschäden aus einem Werkzeugbruch zu vermeiden“, sind sich Markus Hinsberg (links), Leiter mechanische Fertigung MCU, und Uwe Schröter, Geschäftsführer MCU, einig.


Zum Firmenprofil >>


Bericht in folgender Kategorie:
Werkzeugbruch-Kontrollgeräte

QR code

Special EMO

emo-2017_content_image_position_right_left.jpg Auf der diesjährigen EMO in Hannover werden wieder Innovationen und Trends im Bereich der Metallbearbeitung vorgestellt. Diese internationale Weltleitmesse der Metallbearbeitung findet vom 18. bis 23. September 2017 unter dem Slogan "Connecting systems for intelligent production" statt.
mehr lesen >>

Im Gespräch

/xtredimg/2017/Fertigungstechnik/Ausgabe199/13756/web/img_0542.jpgInterview mit Yoshimaro Hanaki, President & CEO der Okuma Corporation zu Smart Factory Solutions
2017 ist ein bedeutendes Jahr für CNC-Komplettanbieter Okuma, in Österreich vertreten durch precisa. Neben dem 120. Firmenjubiläum feiert das Unternehmen auch die Eröffnung seiner zweiten Smart Factory, Dream Site 2 (DS2), am Firmenhauptsitz in Oguchi, Japan. Mit der vollautomatisierten Anlage geht Okuma einen weiteren Schritt in Richtung Industrie 4.0. Yoshimaro Hanaki, President & CEO der Okuma Corporation sprach mit x-technik über die wachsende Bedeutung von Smart Manufacturing, die Highlights, die das Unternehmen auf der diesjährigen EMO Hannover präsentieren wird und die zugrundeliegende Philosophie, die bei Okuma seit mehr als einem Jahrhundert als Triebfeder für Innovation dient.
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren