Fachverlag x-technik
search
 

Schließen

PDF


Retrofit eines Bohrwerks

: Starrag Group


Bohrende Probleme gelöst haben im wahrsten Sinne der Worte Schuler und Dörries Scharmann. Das Mitglied der Schweizer Starrag Group hat gemeinsam mit der mechanischen Instandhaltung des Schuler-Werks im schwäbischen Weingarten ein fast 30 Jahre altes Großbohrwerk Wotan Rapid 6 einem grundlegenden Retrofit unterzogen.

/xtredimg/2014/Fertigungstechnik/Ausgabe93/3479/web/_MG_6544-kl.jpg
Retrofitting im Team: Gemeinsam gingen Facharbeiter Klaus Kowal (Schuler) und Retrofit-Spezialist Thomas Holmer (DST) die Fitness-Kur für die Wotan an. (Bilder: Dörries Scharmann/Ralf Baumgarten)

Retrofitting im Team: Gemeinsam gingen Facharbeiter Klaus Kowal (Schuler) und...

„Die intensiven Diskussionen auch mit den Ingenieuren bei Dörries Scharmann haben sich gelohnt, denn wir erhielten durch die umfangreichen Tuning-Maßnahmen einen deutlichen Mehrwert“, freut sich DI (FH) Alexander Horn, Leiter für Instandhaltung, Fabrikplanung und Liegenschaften im Werk Weingarten der Schuler Pressen GmbH. Die Mechanik ist wieder wie neu, obwohl die alten, aber erneuerten Komponenten weiterhin zum Einsatz kommen. Obendrauf kamen dann die neue und hochwertige Elektronik und Intelligenz.

Die Dörries Scharmann Technologie GmbH (DST) aus Mönchengladbach pflegt schon lange gute Geschäftsbeziehungen zu vielen Firmen der Schuler-Gruppe. Holmer Thomas vom DST-Project Engineering: „Wir übernahmen das Retrofitting, weil wir als Maschinenhersteller die Unterlagen der Maschine besitzen und über sehr viel Know-how auf diesem Gebiet verfügen.“

Bei der Großbohrmaschine Wotan Rapid 6 (Baujahr 1987), der größten Maschine im Werk Weingarten, bestand wegen der sinkenden Qualität strategischer Handlungsbedarf. „Nur dank der Findigkeit der Mitarbeiter konnten wir die Teile weiter in der benötigten Qualität erzeugen“, erinnert sich Horn. „Dann erhielten wir aber auch grünes Licht für das Retrofitting.“

Max. Abweichung 60 µm

Die Anforderungen des Lastenheftes fielen hoch aus, weil die darauf gefertigten Bauteile sehr genau bearbeitet werden müssen. Die max. Abweichung über die gesamte Länge von 10 m (in der X-Achse) beträgt nun nach dem Retrofit 60 µm. Schuler und DST haben die Wotan
an vielen neuralgischen Punkten aus Betreibersicht modifiziert. So erhielt das Großbohrwerk beispielsweise einen völlig neuen Bettschlitten mit geändertem Antriebskonzept. Vorher kam ein Doppelritzelantrieb zum Einsatz, der aber nur einseitig angetrieben wurde. In der Wotan 2.0 befindet sich nun ein Doppelritzelantrieb mit zwei elektronisch verspannten Antrieben. Horn: „Es war eine Herausforderung, denn es stand hier eine völlig neue Bettschlitten-Konstruktion an.“

Horns Lob über das gemeinsame Projekt wiegt aus zwei Gründen viel: Zum einen besitzt das Werk selbst jahrelange Erfahrungen im Werkzeugmaschinenbau – zum anderen ist es ebenfalls sehr aktiv und erfahren in Sachen Retrofitting. Horn: „Wir bauen gerade als Retrofit eine Transferanlage für eine große Presse eines bekannten deutschen Automobilherstellers auf.“

Retrofitting im Team: Gemeinsam gingen Facharbeiter Klaus Kowal (Schuler) und Retrofit-Spezialist Thomas Holmer (DST) die Fitness-Kur für die Wotan an. (Bilder: Dörries Scharmann/Ralf Baumgarten)
Präzise Aufgabenstellung: Die Anforderungen des Lastenheftes fielen für das Retrofitting des Großbohrwerks Wotan Rapid 6 hoch aus, weil die darauf gefertigten Bauteile sehr genau bearbeitet werden müssen. Die maximale Abweichung über die gesamte Länge von 10 m (in der X-Achse) beträgt 60 µm.


Zum Firmenprofil >>


Bericht in folgender Kategorie:
Werkzeugmaschinen

Special Digitalisierung der Zerspanungstechnik

WT_Technology-Center_Toolroom_vernetzt.jpg Die aktuell wichtigste Aufgabenstellung für Hersteller und Anwender von Werkzeugmaschinen ergibt sich aus der Digitalisierung der Produktionsumgebungen. Auf der EMO 2017 haben zahlreiche Anbieter IHRE Möglichkeiten für eine Smarte Zerspanung vorgestellt – mit unterschiedlichem Fokus spiegelten sich vielfältige Lösungen zur Vernetzung, Datenanalyse und zu neuen Services wider.
mehr lesen >>

Im Gespräch

/xtredimg/2019/Fertigungstechnik/Ausgabe279/18292/web/Bild_1.jpgQualität unter Kontrolle
Seit Anfang April gibt es einen „neuen“ Mann an der Spitze von Hexagon Österreich. Im weitesten Sinne könnte man in diesem Fall sogar von einer Rückkehr sprechen, zumal Thomas Szirtes vor ziemlich genau zehn Jahren bereits einmal für die Hexagon-Gruppe tätig war – als Regionalvertriebsleiter bei der m&h Inprocess Messtechnik GmbH nämlich. Nun hat er in seiner ersten Geschäftsführer-Position „einiges“ vor: So will er beispielsweise gemeinsam mit seinem Team vermehrt dazu übergehen, ganze Prozesse zu automatisieren, um die Lücke zwischen Produktion und Qualitätssicherung zu schließen. Das Gespräch führte Sandra Winter, x-technik
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren