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Schneller zum Werkzeug

: MECADAT


25 Werkzeuge produzieren die 25 Mitarbeiter der rWS Formenbau in Neuhaus-Schierschnitz(D) im Jahr. Immer mit dabei ist VISI-Series, das Softwarepaket speziell für Formen- und Werkzeugbauer. Besondere Stärken zeigt der Betrieb, der sich auf die Konstruktion und Herstellung von Spritzgießwerkzeugen spezialisiert hat, bei Teilen, die viele Fräsarbeiten erfordern.

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Die Niere für den BMW 1er wurde mit einem von rWS produzierten Werkzeug gefertigt. (© BMW AG)

Die Niere für den BMW 1er wurde mit einem von rWS produzierten Werkzeug gefertigt....

Außerdem ist rWS in der Lage, Aufträge – von der Konstruktion in den Stahl – sehr schnell abzuwickeln. So gehen Teile mitunter bereits während der Konstruktionsphase in die Werkstatt. Auf diese Fähigkeiten greifen insbesondere Kunden aus der Automobilbranche häufig zurück. So haben die Thüringer zum Beispiel das Werkzeug, mit dem die Niere für den BMW 1er gefertigt wird, produziert.

Vorreiter in Sachen CAD

Quasi mit gewachsen mit der Firma ist auch die Software, die die Mitarbeiter zur Konstruktion und Fertigung der Werkzeuge einsetzen. 1998 kam mit dem CAD-Modul das erste Produkt aus dem VISI-Series-Portfolio zum Einsatz, wenige Monate später folgte das CAM-Modul. Seitdem wurde jedes Jahr ein neuer Arbeitsplatz installiert, so dass im Moment acht Installationen von VISI-Series vorhanden sind. „Innerhalb einer Woche fiel die Entscheidung für VISI-Series“, erinnert sich Thomas Betz, Vertriebsbeauftragter von MECADAT. Bereits vor der Zeit mit VISI hatten die Konstrukteure mit einem CAD-Programm gearbeitet, das auf UNIX-Maschinen lief und sehr hohe Investitionskosten verursachte. Nachdem die Software nicht mehr weiterentwickelt wurde und damit den zunehmenden Anforderungen der Kunden nicht mehr gewachsen war, sah man sich bei rWS nach einem neuen System um. „Wir haben uns für VISI-Series entschieden, da es sich leicht bedienen lässt und zudem absolut werkstattgerecht ist“, erläutert Klaus Welscher. Werkstattgerecht deshalb, weil VISI-Series im Vergleich zu anderen Produkten speziell auf den Formenbau zugeschnitten ist. Darüber hinaus stimme das Preis/Leistungsverhältnis, fügt Helmut Schwemmlein hinzu. Bei dem
Formenbauer sind fast alle Module des Portfolios installiert, nämlich VISI-Design, VISI-Mould, VISI-Modelling, VISI-Split, VISI-Wire, VISI-Machining 2D und 3D und VISI-Machining 5Achsen.

Komplett mit VISI-Series

Im Laufe des Prozesses von den Konstruktionsdaten des Kunden bis hin zur Erstbemusterung des Werkzeugs ist VISI-Series immer mit von der Partie. Je nach Kunden kommen die Konstruktionsdaten zum Beispiel als CATIA-Dateien, die zuerst in VISI eingelesen werden. In VISI-Design entwickeln die Konstrukteure das Werkzeug, legen Entformungsrichtungen und Trennungen fest und bei Bedarf den Übergang von Weichteil- in Hartteilkomponente. Konstruktionsdaten für Hydraulikzylinder und andere Kaufteile entnehmen die Mitarbeiter aus den integrierten Datenbanken. Die Entscheidung, ob ein Heiß- oder ein Kaltkanal verwendet, oder nach welchen Kriterien der Kunststoff verarbeitet werden soll, richtet sich nach den vom Kunden gewünschten Spezifikationen. Nach etwa 14 Tagen erhält der Kunde die Daten zum Freigeben. Acht Wochen später kann der Kunde das Werkzeug nach Erstbemusterung auf seine Funktion hin prüfen.

Sowohl die Fräsprogramme als auch die 2D-Zeichnungen für die Werkstatt werden komplett mit VISI-Series erstellt. Da VISI über ein durchgängiges Datenformat verfügt, kann der Werkzeugbauer benötigte Maße direkt vom Rechner in der Werkstatt abgreifen. „Der Mitarbeiter sieht sich bei Bedarf das Werkzeug am Rechner in 3D an. Dadurch lassen sich Fehler minimieren, was uns bis zu 20 Prozent Entwicklungskosten spart“, berichtet Klaus Welscher.

Noch besser mit VISI-Flow

Noch nicht im Portfolio bei rWS Formtechnik enthalten ist VISI-Flow, mit dem sich das Verhalten von Kunststoff simulieren lässt. Die neue Software besteht aus drei Hauptmodulen. Mit dem ersten Modul – Einspritzen + Füllen – erhält der Konstrukteur ein Werkzeug, mit dem er das Füllverhalten simulieren kann. Mit Funktionen wie der Lage
der Bindenähte, der Anspritzpunktplatzierung, der Zykluszeit und der Wandstärkenoptimierung kann der Konstrukteur sehr früh im Konstruktionsprozess Schwachstellen im Design detektieren und verbessern. Das zweite Modul – Nachdruck + Verzug – befasst sich mit dem Verhalten des Werkzeugs und der Form nach dem Spritzgießvorgang. Damit lassen sich zum Beispiel die optimale Füllzeit und der optimale Fülldruck ermitteln, um eine möglichst geringe volumetrische Schwindung und den besten Temperaturverlauf im Werkzeug zu erhalten.
Mit dem dritten Modul schließlich - der Temperierung - werden Temperaturspitzen detektiert und die optimale Kühlung bei den kürzesten Zykluszeiten festgestellt. „Das Programm zeigt die Ergebnisse anhand der Parameter nur an, optimieren muss sie nach wie vor der Bediener, indem er die Prozessparameter verändert“, erläutert Thomas Betz. Aber durch die Simulation lassen sich bereits Probleme erkennen, die ohne Simulation wahrscheinlich erst bei der Fertigung des Werkzeugs entdeckt worden wären. VISI-Flow berücksichtigt in der Simulation auch die Glasfasern. Man sieht nicht direkt die Ausrichtung der Fasern, kann aber durch den Flussverlauf darauf schließen. Zurzeit sind über 2000 verschiedene Kunststoffe in der dazugehörigen Datenbank von VISI-Flow integriert.

Jährliches Release

Das neue Modul VISI-Flow ist nur ein Teil der Neuerungen, die MECADAT zu bieten hat. Bei der Version 14 von VISI-Series wurde vor allem das parallele Arbeiten verbessert, so dass der Konstrukteur zum Beispiel trotz einer Fräsberechnung ungestört weiterarbeiten kann. Bei den Arbeitsschritten wie Zustellung und Anfahren wurden die Strategien weiterentwickelt. Auch das Modul VISI-Wire erhielt eine neue Oberfläche. „Man sieht, dass ständig neue Entwicklungen passieren, VISI-Series ist einfach eine Software, die lebt“, ist Klaus Welscher voll des Lobes. Klaus Welscher ist mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden und hebt besonders die gut funktionierende Telefonhotline hervor: „Bei Fragestellungen unsererseits erhalten wir unverzüglich Unterstützung“.
Wenn er noch mal vor der Wahl stünde, würde er sich wieder für VISI-Series entscheiden, so das Resümee des Geschäftsführers.

Fokus auf den Anwender

Zum Kundenstamm von MECADAT gehören auch Anwender, die neben VISI-Series zum Beispiel auch mit CATIA oder Unigraphics arbeiten. „Viele Kunden berichten uns, dass mit VISI-Series das Werkzeug einfach schneller fertig ist“, erläutert der Vertriebsbeauftragte. Vor allem für Sonderlösungen setzen die Kunden VISI-Series ein. Die Software hat seine Stärken im guten Umgang mit Fremddaten und in der Fokussierung auf den Werkzeug-, Modell- und Formenbau. „Es gibt eigentlich kein schlechtes System mehr, nur noch das falsche, abhängig von den Bedürfnissen des Kunden“, betont Thomas Betz. So müssten sich die Konstrukteure erst an die gute Bedienbarkeit der Software gewöhnen, wie der Vertriebsbeauftragte erzählt.

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Bericht in folgenden Kategorien:
Simulation, Werkstoffe, Werkzeug- und Formenbau

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