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Stimmiges Gesamtkonzept in der 5-Achs-Bearbeitung

: Fehlmann


Die Fertigung hochpräziser Formen erfordert entsprechendes Equipment. Neben der absoluten Präzision müssen deshalb Fünf-Achs-Bearbeitungszentren, speziell im Formenbau, noch ganz andere Kriterien erfüllen, wie der Einsatz der PICOMAX 825 VERSA von Fehlmann bei der Gindele GmbH zeigt. Vor der Investition standen deshalb Prozesssicherheit, gute Zugänglichkeit, Bedienerfreundlichkeit und der Patzbedarf auf dem Prüfstand.

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Der geringe Platzbedarf der VERSA inklusive der Automation war im Vergleich mit ähnlichen Systemen nicht zu toppen.

Der geringe Platzbedarf der VERSA inklusive der Automation war im Vergleich...

Autor: Manfred Lerch, freier Redakteur

Die idealen Bearbeitungszentren für den Werkzeug- und Formenbau sind auf Grund der geforderten Genauigkeiten eigentlich nur dreiachsige Maschinen – solche Statements von Werkzeug- und Formenbauern aus der Vergangenheit müssen ganz aktuell korrigiert werden. Zumindest wenn das Fünf-Achs-Bearbeitungszentrum von Fehlmann (ÖV: M&L) kommt und die Typenbezeichnung PICOMAX 825 VERSA trägt.

So sieht es auch Michael Bucher, Geschäftsführer bei Formenbau Gindele: „Wir haben uns ja deshalb für Fehlmann entschieden, weil wir wussten, dass Fehlmann in der Lage ist, diese Präzision zu bringen. Wichtig war uns allerdings auch das Gesamtkonzept der Maschine – d. h., wir haben die Zugänglichkeit, die erzielbare Produktivität und Leistungsfähigkeit sowie den Platzbedarf der Maschine verglichen.“

Das fünfachsige Bearbeiten in einer Aufspannung sollte neben Freiformflächen, Kühlungen, Passungen, Gewinde und Beschriftungen vor allem die Bearbeitung der bis 55 HRC gehärteten Formplatten erleichtern. Mit Erfolg, denn diese Formplatten werden jetzt in einer Aufspannung inklusive Kühlung komplett fertig bearbeitet. Bei all der geforderten Präzision, die trotz allem regelmäßig auf entsprechenden Messmaschinen geprüft wird, war es aber auch notwenig, dass ein entsprechendes Drehmoment für beispielsweise das Schruppen von Taschen zur Verfügung stand. Das Arbeiten mit einem 63er Messerkopf, aber auch das Schlichten ist auf der VERSA deshalb bei Gindele nichts Ungewöhnliches.

Nach
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Die fünfachsige Bearbeitung macht es möglich, Formplatten in einer Aufspannung äußerst präzise und ohne große Rüstzeiten zu bearbeiten.

Die fünfachsige Bearbeitung macht es möglich, Formplatten in einer Aufspannung...

Meinung der Verantwortlichen ist die Leistungsgrenze der Maschine noch nicht erreicht. Realität dagegen ist, dass man mit der Investition in die VERSA messbar Zeit und Kosten einsparen und gleichzeitig die Qualität bzw. Präzision erhöhen wollte. Und auch das ist gelungen – nach Auskunft von Matthias Gindele, ebenfalls Geschäftsführer, sind durch die einmalige Aufspannung Zeiteinsparungen zwischen 40 und 50 Prozent zu realisieren: „Diese erheblichen Einsparungen kommen natürlich durch die enorme Reduzierung der Rüstzeiten zustande – d. h., es muss nur einmal aufgespannt und nur einmal ausgerichtet werden. Außerdem lassen sich durch das einmalige Aufspannen auch die engen Toleranzen von unter einem Hundertstel Millimeter problemlos realisieren.“ Diese Präzision ist vor allem bei einem Schwerpunkt von Gindele notwendig – den Spezialwerkzeugen für das Produktionsverfahren Reel-to-Reel (Bandumspritzen).

Ungestörte Sichtweisen

Man kann vor allem in der derzeitigen, wirtschaftlichen Lage nur überleben, wenn man investiert. Eine Ansicht, die häufig zu hören ist – in der Praxis aber nur selten umgesetzt wird. Wie ernst es Michael Bucher und Matthias Gindele damit aber war, zeigt die Tatsache, dass in die VERSA und die Werkstückbeschickung EROWA Robot Easy Ende 2009 investiert wurde.

In dieser Kombination – mit Platz für 10 UPC-Paletten – wird in Neuhausen damit begonnen, das Palettenmagazin gegen Abend zu füllen, um die Maschine in der Nacht laufen zu lassen. In Verbindung mit diesem
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Ausgestattet mit 10 UPC-Paletten hat man bei Gindele begonnen, die Maschine tagsüber zu rüsten und in der Nacht laufen zu lassen.

Ausgestattet mit 10 UPC-Paletten hat man bei Gindele begonnen, die Maschine...

Automatisierungskonzept war aber auch der Platzbedarf von Bedeutung. Vorgabe war eine Arbeitsfläche von 400 x 400 mm – und das in Z-Richtung, wegen der langen Bohrer von 450 mm. Hier war nach Auskunft der Verantwortlichen, Fehlmann unschlagbar.

Wie eng es in Neuhausen zugeht, zeigt auch das Beispiel des Werkzeugwechslers. Mit den 80 Werkzeugplätzen kommt man gut aus, für mehr wäre aber auch kein Platz mehr gewesen. Weniger eng dagegen gestaltet sich die Werkstückhandhabung. Der direkt angetriebene Schwenk-Rundtisch ist längs im X-Schlitten integriert und kann bei der VERSA von zwei Seiten hoch schwenken. Der Bediener hat, von seinem Arbeitsplatz aus, alle wichtigen Bereiche im Sichtfeld. Die freie Sicht auf Werkstück und Spindel ist selbst im unterschwenkten Zustand möglich. Filipe Borges, bei Gindele Bediener der VERSA, hat da bislang nur positive Erfahrungen gemacht: „Diese Zugänglichkeit von der Seite und von vorne ist wichtig, damit man problemlos beladen und während der Bearbeitung sehen kann, ob noch Platz ist. Erst gestern hatte ich den Fall, dass zwischen Aufspannplatte und Werkzeugfutter bei 90° Drehung nur noch zwei Millimeter waren. Das hätte man von nur einer Seite unmöglich sehen können. Unabhängig davon ist die VERSA, in nahezu allen Bereichen, auch mit der iTNC 530 ausgesprochen bedienerfreundlich.“

Der Formenbau Gindele war eines der ersten Unternehmen, das sich für die VERSA entschieden hat. Da stellt sich abschließend die Frage, ob es nicht riskant war, in ein neues Modell ohne Praxistests zu investieren. Für Michael Bucher eine Frage, die sich aus verschiedenen Gründen erübrigt: „Zunächst haben wir bereits eine Fehlmann und die ist heute, nach drei Jahren, immer noch so präzise wie am ersten Tag. Dazu
kommt, dass Fehlmann ein familiengeführtes Unternehmen ist. Solche Unternehmen leisten sich keine fragwürdigen Dinge, wie etwa die eine oder andere AG. Und last but not least – für unsere Anforderungen bzw. die unsere Kunden brauchten wir ein entsprechendes Bearbeitungszentrum. Und dass für uns hier nicht unbedingt der Preis an erster Stelle stehen konnte, ergibt sich aus der Liste unserer Anforderungen.“
Der geringe Platzbedarf der VERSA inklusive der Automation war im Vergleich mit ähnlichen Systemen nicht zu toppen.
Die fünfachsige Bearbeitung macht es möglich, Formplatten in einer Aufspannung äußerst präzise und ohne große Rüstzeiten zu bearbeiten.
Ausgestattet mit 10 UPC-Paletten hat man bei Gindele begonnen, die Maschine tagsüber zu rüsten und in der Nacht laufen zu lassen.
Für das Werkzeug-Spektrum bei Gindele war bei einer Fünf-Achsbearbeitung höchste Präzision allererste Voraussetzung.
Für Matthias Gindele (li.), Michael Bucher (mi.) und Filipe Borges (re.) ist die Fehlmann VERSA die ideale Maschine, weil in keinem Punkt Abstriche gemacht werden müssen.
Der Werkzeugspeicher ist mit 80 Plätzen ausgerüstet. Für die optional zur Verfügung stehenden 200 Speicherplätze war der Platz nicht vorhanden.



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