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Voraussetzung für Industrie 4.0

: VDMA


Zum Auftakt des 14. VDI-Kongresses AUTOMATION in Baden-Baden diskutierten Ende Juni 2013 rund 500 Experten aus der Mess- und Automatisierungsbranche über Entwicklungsmöglichkeiten und Risiken der offenen Kommunikation der Automatisierungssysteme über die klassischen Anlagengrenzen hinweg. Ein vorausblickende Diskussion, denn einer auf dem Kongress vorgestellten VDI-Umfrage zufolge nutzen nur etwa die Hälfte aller deutschen Unternehmen die Cloud, und das nur in wenigen Bereichen. Mit dem Einzug der Cloud in der Automation ist dennoch in den nächsten fünf Jahren fix zu rechnen.

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"Cloud-Computing, zunehmende Vernetzung und die Ideen der Cyber Physical Production Systems werden die Landschaft der Automation grundlegend verändern. Sie sind die Voraussetzungen für den nächsten Schritt in der industriellen Produktion – und damit für die Idee der Industrie 4.0“, sagte Dr. Kurt D. Bettenhausen, Vorsitzender der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) auf dem VDI-Kongresses AUTOMATION im Juni. Durch das Speichern und das Zugreifen auf Produktions- und Produktdaten über cloudbasierte Architekturen stehen Daten auch mobil zur Verfügung und sorgen für eine stärkere Unterstützung des Nutzers.

Das belegt auch die im Mai 2013 durchgeführte VDI-Umfrage „Automation (in the) Cloud?“. Demnach sehen über 60 % der Experten die zentrale Datenhaltung als größten Nutzen der Cloud an, gefolgt von der Effizienz bei der Nutzung von Speicher- und Rechenkapazitäten sowie der einfacheren Wartung von Software.

IT-Sicherheit ist kritischer Erfolgsfaktor

Längst ist bekannt, dass das Cloud Computing auch Risiken birgt. In der Umfrage werden hierzu von den Experten mit Abstand am häufigsten die unzureichende IT-Sicherheit und der Umgang mit sensiblen Daten genannt. Handlungsbedarf wird für technische und auch organisatorische Maßnahmen gesehen. Dieser Umstand hat bereits in der GMA-Richtlinie VDI/VDE 2182 „Informationssicherheit in der industriellen Automation“ Niederschlag gefunden. In sechs Blättern beschreibt diese das grundsätzliche Vorgehen zwischen Betreibern, Integratoren und Herstellern von Automatisierungskomponenten. Weitere Risiken werden vor allem in möglichen Zuverlässigkeitsproblemen
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wegen Verbindungsausfall sowie rechtlichen Problemen je nach Standort der Cloud gesehen.

Skeptisch sehen die befragten Experten auch die Rolle deutscher Anbieter bei der Anwendung der Cloud in der Automation. Nur gut ein Drittel der Befragten sehen deutsche Anbieter auf der Erfolgsspur, über die Hälfte sehen Unternehmen anderer Nationen, etwa Österreich, vorn. Etwa 7 % geben sogar an, dass deutsche Unternehmen keine Rolle spielen werden. Entwickler geben deutschen Unternehmen noch am ehesten eine Chance. Diejenigen, die in Produktion und Wartung tätig sind, sehen für deutsche Unternehmen fast keine Aussichten.

Viele Fragen bei KMU

Gerade kleine und mittlere Unternehmen tun sich schwer, die zukünftige Situation auf ihr Unternehmen zu projizieren. „Der Beratungsbedarf ist groß, weil es keine pauschalen Antworten gibt. Daher benötigen wir auch auf regionaler Ebene Anlaufstellen, die Auskunft und Beratung geben können“, meint Prof. Dr.-Ing. Detlef Zühlke, Wissenschaftlicher Direktor Innovative Fabriksysteme am DFKI Kaiserslautern. „Die momentan vom Bund geförderten Leuchtturmprojekte helfen den meisten KMU nicht unmittelbar. Wir müssen uns daher neben den ‚Leuchttürmen‘ auch um die ‚Straßenbeleuchtung‘ kümmern, um diesen Firmen den Weg in das neue Zeitalter zu zeigen“. Hilfreich hierfür seien auch Modellanlagen, an denen Mechanismen der zukünftigen Kommunikation und Architekturen transparent erläutert und praxisnah getestet werden können, wie die gemeinsam betriebene Modellanlage der gemeinnützigen
Technologieinitiative SmartFactoryKL e.V. mit dem DFKI in Kaiserslautern.

Mensch-Maschine-Kommunikation immer wichtiger

Mit komplexer werdenden Anlagen wird auch die nutzbare Informationsmenge deutlich ansteigen. „Es wird darauf ankommen, diese Informationen für den Menschen so aufzubereiten, dass er sie sinnvoll und einfach nutzen kann und sichere Entscheidungen darauf aufbauen kann. Dies wird ein großes Arbeitsgebiet für die Automation“, glaubt Zühlke. So sehen es auch die Mitglieder der GMA, die in einer Umfrage vom Herbst 2012 die Mensch-Maschine-Kommunikation als zweitwichtigstes Erfordernis der Automation sehen.

"Industrie 4.0 kann nur Erfolg haben, wenn die Cloud in die Automation einzieht, wenn also die Automation Cloud kommt und sich die damit verbundenen Veränderungen durchsetzen", fasste Bettenhausen das derzeitige Stimmungsbild in der Branche zusammen. Bis dahin müssen allerdings die Themen der IT-Sicherheit als erfolgskritischer Faktor für die Nutzung der Cloud in der Automation gelöst werden. Es gibt also einiges zu tun für die Automatisierer. Sie müssen sich dieser Entwicklung stellen, damit die Automation auch weiterhin eine starke Branche bleibt, die andere Branchen stark macht und deshalb weiter wachsen wird.

Bedienung und Visualisierung werden als sehr wichtig angesehen.


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