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Weltrekord definiert neuen Standard

: bavius


Das Unternehmen Handtmann A-Punkt-Automation hatte im Oktober 2008 bereits zum vierten Mal zu den „Aerospace Days“ nach Baienfurt (D) geladen. Diesmal allerdings erlebten die über 60 Gäste aus neun Ländern ein Highlight der besonderen Art: Auf einer 5-Achs-Standard-Fräsmaschine wurde mit einem Weltrekord in der Zerspanleistung ein neuer Maßstab gesetzt.

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Der Weltrekord wurde von einem staatlich vereidigten Sachverständigen bestätigt und musste insgesamt drei Mal wiederholt werden.

Der Weltrekord wurde von einem staatlich vereidigten Sachverständigen bestätigt...

Weltrekorde bezeichnen die weltweit beste Leistung in einer bestimmten Disziplin. Das gilt für den Sport wie für die Technik. Beim Fräsen von Aluminium beispielsweise wird seit Oktober 2007 kontinuierlich der maximale Materialabtrag ins Visier genommen. Und dabei spielt die Firma Handtmann A-Punkt Automation mit seinen HSC Bearbeitungszentren immer wieder eine entscheidende Rolle.

Zunächst waren es zehn Liter pro Minute beim Fräsen von Strukturbauteilen für zivile Flugzeuge eines OEMs. Schon einen Monat später konnte diese Leistung nochmals mit knapp 13 l/min getoppt werden. Seit Oktober 2008 - im Rahmen der internationalen Aerospace Days - hält das Unternehmen nun die neue Bestmarke mit 15,063 l/min – bestätigt durch einen unabhängigen staatlich vereidigten Sachverständigen.

BAZ live unter Span

Der Weltrekord war auf den Nachmittag festgelegt und so hatten die geladenen Gäste aus der ganzen Welt Zeit, sich zunächst von den vorwiegend für die Luft- und Raumfahrt konzipierten Bearbeitungszentren live unter Span zu überzeugen. Die Verantwortlichen von EADS, Airbus bis hin zu Asco und Telair wurden neben den Maschinen auch mit Fach-vorträgen über den neusten Stand der Technik informiert. Dabei ging es beispielsweise bei der TU Darmstadt über die leistungsfähige Zerspanung von Titan oder aber über die Möglichkeiten von Motorspindeln für die Titan- oder Composite-Bearbeitung der Fischer AG. Um den Gästen ein Rundumkonzept präsentieren zu können, waren Partner wie Fischer, Siemens, Iscar, Haimer, Walter Tools vor Ort, die Wissenswertes und Innovatives zu Spindeln, Steuerungen, Werkzeugen, Werkzeugaufnahmen
sowie Software vorstellten.

Andreas Podiebrad, Geschäftsführer des Unternehmens sieht in diesem Treffpunkt neben der Festigung der Kundenbindung vor allem den Informationsaustausch der Handtmann-Kunden untereinander als besonders wichtig: „Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass hier Partnerschaften entstehen, die z. B. dazu führen können, dass bei Überkapazitäten Projekte in der Fertigung untereinander vergeben werden. Um aber solche Kunden nach Baienfurt zu bekommen, müssen wir auch entsprechendes Rahmenprogramm bieten.“

Womit wir beim Weltrekordversuch wären. Was zunächst wie ein Gag scheinen mag, hat für Andreas Podiebrad einen realen Hintergrund: „Freilich suchen wir für diese Tage immer ein entsprechendes Highlight. Wir wollten damit aber auch demonstrieren, dass wir mit dem technologisch Machbaren immer an der obersten Grenze sind.“ Real auch deshalb, weil solch hohe Zerspanleistungen in der gesamten Luft- und Raumfahrt sowie deren Zulieferer derzeit weltweit das Maß der Dinge sind. Die „Weltrekordmaschine“, das 5-Achs-CNC Hochportalbearbeitungszentrum Gantry CS ist allerdings bereits an die VDL Enabling Technologies Group in Holland verkauft, Zulieferer für die Halbleiter-, Medizin- und seit Kurzem auch für die Solarindustrie.

Mit 251,6 PS zu 40,72 kg Späne pro Minute

Um es kurz zu machen – die Handtmann A-Punkt-Automation hat es geschafft, den Weltrekord in der höchsten Zerspanleistung in Aluminium zu generieren. Aus einem Aluminiumblock mit den Abmessungen 250 x 1.000 x 2.000 mm wurde eine Nut mit einer Tiefe von 12,6 mm, einer Breite von 63 mm auf eine Länge von 1.000 mm mit 20.000 min-1 und einem Arbeitsvorschub von 20 m/min in 3,16 Sekunden abgetragen. Hauptdarsteller des Spektakels waren das Bearbeitungszentrum Gantry CS sowie die derzeit leistungsstärkste Motorspindel mit 251,6 PS/HP der Fischer AG. Gemessen am Volumen ergibt das eine Zerspanleistung von 15,063 Litern pro Minute oder auch ein durchschnittlicher Materialabtrag von 40,72 kg pro Minute.

Um
diesen Rekord offiziell zu bestätigen, musste der Versuch unter Aufsicht eines staatlich vereidigten Sachverständigen über drei Bahnen gefahren werden. Mit einem einmaligen Erlebnis wäre aber ohnehin niemandem gedient gewesen, zumal Geert Jakobs, Industrie Manager bei der VDL Group, den Versuch gleichzeitig als alltagstauglich sehen will: „Zunächst muss ich sagen, dass mein Puls sehr hoch war. Was wir gesehen haben, ist wirklich unglaublich. Allerdings sind wir davon ausgegangen, dass die Maschine das schafft, denn bei uns geht es darum, die Prozesskammern für die Solarenergie zu fräsen. Die Bodenplatten für diese Prozesskammern werden aus dem Vollen gefräst. So soll die Gantry CS für die größte Solarzelle der Welt mit 5,7 m² eingesetzt werden. Diese Leistungen sind bei uns in Eindhoven also fest eingeplant, wir werden die 15 Liter deshalb täglich fahren.“

Nun sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass die Gantry CS vorher genauestens hinsichtlich der Maschinenstruktur analysiert und für geeignet beurteilt wurde. Das einzige Problem, das man bei dem Versuch hatte, war der Umrichter, der speziell geschirmt werden musste. Von solchen Problemen war während des Rekordversuchs aber nichts zu merken. Umso mehr deckte sich der Eindruck der Besucher mit dem Statement von Geert Jakobs: Unglaublich! Aber doch Realität.

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