Fachverlag x-technik
search
 

Schließen

PDF


Wirtschaftliche 5-Achs-Bearbeitung von Prototypen

: HAAS


Eine kleine, aber ambitionierte Prototypen-Werkstatt in Barcelona hat in ein 5-Achsen-Bearbeitungszentrum UMC-750 von Haas investiert. Die Maschine verkürzt die Rüstzeiten und fertigt komplexe Teile nach knappen Toleranzen aus Materialien, die von verschiedenen Aluminiumlegierungen bis zu Titan und chirurgischem Edelstahl reichen.

/xtredimg/2015/Fertigungstechnik/Ausgabe122/7476/web/UMC-750_Gesamtansicht_-_Neu.jpg
Das UMC-750 hat Verfahrwege von 762 mm x 508 mm x 508 mm und ist mit einem Inline-Direktantrieb mit SK40-Spindel mit reduzierter Wärmeentwicklung für 8100 min-1 (Grundausstattung) oder 12.000 min-1 (Sonderzubehör) ausgerüstet.

Das UMC-750 hat Verfahrwege von 762 mm x 508 mm x 508 mm und ist mit einem Inline-Direktantrieb...

Eine Maschinenwerkstatt aufzubauen, ist gar nicht so einfach. Häufig hängt der Erfolg davon ab, ob man ein neues Produkt auf den Markt bringen kann. Die Gründer der in Barcelona ansässigen Firma Blumeprot entschieden im Jahr 2011, eine Zulieferwerkstatt für höherwertige Teile, insbesondere für Prototypen und kleine Vorserien, einzurichten. Mit diesem speziellen Angebot wollten sie sich von den Mitbewerbern abheben.

Auf die Idee waren sie durch das Aufkommen des 3D-Drucks gekommen. Obgleich diese Technologie bei technischen Unternehmen sehr beliebt ist, scheuen Konstrukteure häufig davor zurück, mit Teilen zu arbeiten, die nicht aus dem vom Entwurf vorgesehenen Werkstoff bestehen. Mit seinen CNC-Maschinen ist Blumeprot angetreten, dieses Problem zu lösen. Um mit der Geschwindigkeit des 3D-Drucks mithalten zu können, verlässt sich die Werkstatt auf Werkzeugmaschinen von Haas, dessen Bestand kürzlich um ein universelles Bearbeitungszentrum UMC-750 erweitert wurde.

„Wir hatten bereits ein kleines 5-Achsen-Modell eines anderen Herstellers. Daher waren wir uns über die potenziellen Einsparungen bei der Rüstzeit im Klaren. Nur benötigten wir eine Maschine mit einem größeren Arbeitsbereich“, erläutert Direktor Josep Marsol. „Bei Haas ist uns das beeindruckende Preis-Leistungsverhältnis aufgefallen. Wir haben auch festgestellt, dass die UMC-750 für unsere Anforderungen nicht nur die ideale Größe besitzt, sondern auch schneller und präziser arbeitet als viele andere Maschinen auf dem Markt sowie eine bessere Oberflächengüte gewährleistet. Einige unserer Kunden legen mehr Wert auf Ästhetik, andere auf Genauigkeit. Wieder andere möchten
/xtredimg/2015/Fertigungstechnik/Ausgabe122/7476/web/UMC-750_5-Seitenbearbeitung_-_Neu.jpg
Mit dem 2-Achsen-Dreh-/Schwenktisch des UMC-750 lassen sich Werkstücke in nahezu jedem beliebigen Winkel für 5-seitige (3 + 2) Bearbeitungen positionieren oder simultane 5-Achsen-Bewegungen für bahngesteuerte und komplexe Bearbeitungen ausführen.

Mit dem 2-Achsen-Dreh-/Schwenktisch des UMC-750 lassen sich Werkstücke in nahezu...

beides.“

Maßgeschneiderte Lösungen

Etwa die Hälfte der Produktion von Blumeprot geht an Kunden für medizinische Geräte. Weitere 20 Prozent sind für die Automobilindustrie und Motorradhersteller vorgesehen. Wieder andere Kunden sind in den Bereichen Motorsport, Luftfahrt und Wissenschaft zu finden, um nur einige zu nennen. „Jede Anwendung erfordert eine andere Herangehensweise an die Fertigung. Unsere Aufgabe besteht darin, dem Kunden die Lösung vorzustellen, die seinen Anforderungen am besten gerecht wird“, erläutert Marsol. „Wir freuen uns immer, wenn wir helfen können, die Funktionalität von Prototypen zu prüfen. Zudem arbeiten wir mit Kunden bei Überarbeitungen zusammen, welche die Kosten senken und die Vorteile der nachfolgenden Serienproduktion vergrößern sollen.“

An dem Tag, an dem diese Aufnahmen entstanden, wurden auf der Haas UMC-750 Radnaben-Komponenten für die Fahrzeuge eines französischen Rallye-Teams gefertigt. In diese komplexen, aus Magnesium bestehenden Werkstücke werden zahlreiche Konturen, wie Bogen, Rippen, Vorsprünge, unregelmäßig geformte Taschen und Schrägen, eingearbeitet, die teilweise bis auf 0,02 mm genau sein müssen.

Mehr als „nur“ Maschinenbediener

Marsol meint, das Ziel von Blumeprot besteht immer darin, Teile
höchster Qualität in kürzester Zeit zu einem attraktiven Preis zu liefern. Zu diesem Zweck ist jede Maschine in der Werkstatt mit einer Workstation der CAD/CAM-Software TopSolid von Missler ausgestattet, so dass jeder Bediener die volle Verantwortung für seine Arbeit übernimmt. Bei Blumeprot sind die Angestellten eindeutig mehr als „nur“ Maschinenbediener. „Wir ähneln eher einer Berufsschule“, meint Marsol lachend.

„Alle unsere Bediener absolvieren sehr anspruchsvolle Kurse. Die Maschinen müssen laufen, damit wir die knappen Lieferfristen halten können. Das gilt insbesondere seit der Installation der UMC-750, die uns schon geholfen hat, weitere Kunden zu gewinnen.“

Das UMC-750 hat Verfahrwege von 762 mm x 508 mm x 508 mm und ist mit einem Inline-Direktantrieb mit SK40-Spindel mit reduzierter Wärmeentwicklung für 8100 min-1 (Grundausstattung) oder 12.000 min-1 (Sonderzubehör) ausgerüstet.
Mit dem 2-Achsen-Dreh-/Schwenktisch des UMC-750 lassen sich Werkstücke in nahezu jedem beliebigen Winkel für 5-seitige (3 + 2) Bearbeitungen positionieren oder simultane 5-Achsen-Bewegungen für bahngesteuerte und komplexe Bearbeitungen ausführen.
Dieses komplexe, aus Magnesium bestehende Werkstück wird auf der UMC-750 gefertigt. Zahlreiche Konturen, wie Bogen, Rippen, Vorsprünge, unregelmäßig geformte Taschen und Schrägen werden eingearbeitet, die teilweise bis auf 0,02 mm genau sein müssen.
Radnaben-Komponenten für die Fahrzeuge eines französischen Rallye-Teams.



Zum Firmenprofil >>


Bericht in folgender Kategorie:
Vertikal-Bearbeitungszentren

Special Digitalisierung der Zerspanungstechnik

WT_Technology-Center_Toolroom_vernetzt.jpg Die aktuell wichtigste Aufgabenstellung für Hersteller und Anwender von Werkzeugmaschinen ergibt sich aus der Digitalisierung der Produktionsumgebungen. Auf der EMO 2017 haben zahlreiche Anbieter IHRE Möglichkeiten für eine Smarte Zerspanung vorgestellt – mit unterschiedlichem Fokus spiegelten sich vielfältige Lösungen zur Vernetzung, Datenanalyse und zu neuen Services wider.
mehr lesen >>

Im Gespräch

/xtredimg/2019/Fertigungstechnik/Ausgabe279/18292/web/Bild_1.jpgQualität unter Kontrolle
Seit Anfang April gibt es einen „neuen“ Mann an der Spitze von Hexagon Österreich. Im weitesten Sinne könnte man in diesem Fall sogar von einer Rückkehr sprechen, zumal Thomas Szirtes vor ziemlich genau zehn Jahren bereits einmal für die Hexagon-Gruppe tätig war – als Regionalvertriebsleiter bei der m&h Inprocess Messtechnik GmbH nämlich. Nun hat er in seiner ersten Geschäftsführer-Position „einiges“ vor: So will er beispielsweise gemeinsam mit seinem Team vermehrt dazu übergehen, ganze Prozesse zu automatisieren, um die Lücke zwischen Produktion und Qualitätssicherung zu schließen. Das Gespräch führte Sandra Winter, x-technik
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren