Fachverlag x-technik
search
 

Schließen

PDF


Flexibilität und Kompetenz führen zu einem stimmigen Konzept

: Fehlmann


Die Toman GmbH im bayrischen Wolfratshausen wollte aus Kapazitäts- und Wettbewerbsgründen eine bestehende Automatisierung um ein 5-Achs-Bearbeitungszentrum erweitern. Nach intensivem Benchmark wurde in das Bearbeitungszentrum Versa 825 von Fehlmann investiert. Das Vorhaben war, so die Verantwortlichen, eine Herausforderung, denn Know-how und Flexibilität der Anbieter waren Grundvoraussetzungen. Fehlmann und P-Cam waren bereit, sich dieser Aufgabe zu stellen.

/xtredimg/2021/Fertigungstechnik/Ausgabe320/22683/web/Fehlmann_Toman_(2).jpg
Aktuell wird bei Toman auf der Versa 825, die laut Toman absolut stabil, zuverlässig und präzise läuft, 18 bis 20 Stunden pro Tag gefräst.

Aktuell wird bei Toman auf der Versa 825, die laut Toman absolut stabil, zuverlässig...

Es waren zwei 3-Achs-Maschinen, mit denen man seit 2018 bei Toman innerhalb einer automatisierten Zelle fertigte. Um die Kapazitäten auszubauen, einen weiteren Schritt in Richtung Industrie 4.0 zu gehen und noch wettbewerbsfähiger zu werden, sollte die Automationslösung mit Roboter ein Jahr später um ein 5-Achs-Bearbeitungszentrum erweitert werden. Mit einer der beiden 3-Achs-Maschinen, einer PICOMAX 95 von Fehlmann, in die man 2018 investierte, hatte man in Wolfratshausen ausgezeichnete Erfahrungen gemacht und so war schnell entschieden, dass auch das neue 5-Achs-Bearbeitungszentrum von Fehlmann sein sollte.

Komplexes Teile- und Werkstückhandling

Das Problem bei diesem Vorhaben aber war weniger die Maschine. Vielmehr gestaltet sich das Teile- und Werkstückhandling mit Losgrößen zwischen eins und 10.000 Stück/Jahr sehr komplex und auch bei den baulichen Gegebenheiten war man begrenzt. Deshalb war Geschäftsführer Josef Toman auf der Suche nach Anbietern, die dieses Vorhaben mit individuellen und kompatiblen Produkten unterstützen. Andererseits erwartete er aber auch, dass man gewillt war, mit entsprechender Flexibilität und Know-how Lösungen zu finden: „Die Versa 825 ist eine bewährte Maschine, die absolut stabil, zuverlässig und präzise läuft. Wir fräsen aktuell darauf 18 bis 20 Stunden pro Tag und ich bin mir sicher, so stabil bleibt die über Jahre. Genauso etwas haben wir gesucht, denn ein Ausfall innerhalb der Automation wäre eine Katastrophe. Was die Automation angeht, mag es sein, dass unsere Anlagenkonfiguration nicht alltäglich ist: Die Verwaltung und Softwareanbindungen durch P-Cam sind sehr intelligent. Die Unternehmen Fehlmann, P-Cam sowie Schunk haben sich hier aber sehr offen, flexibel und gleichzeitig kompetent gezeigt.“
/xtredimg/2021/Fertigungstechnik/Ausgabe320/22683/web/Fehlmann_Toman_(1).jpg
Das Bearbeitungszentrum Versa 825 sollte bei Toman in die bestehende Automation eingebunden werden. Eine Herausforderung, bei der Know-how und Flexibilität der Anbieter Grundvoraussetzungen waren.

Das Bearbeitungszentrum Versa 825 sollte bei Toman in die bestehende Automation...



Diese individuellen Anforderungen beginnen bei der Fertigungszelle mit dem Roboter, der sowohl Paletten, Rohteile als auch Werkzeuge handelt. Im Bereich Werkstücke bietet diese Lösung so zwei Möglichkeiten. Es können Paletten oder nach einem Greiferwechsel auch eine Palette mit einem Spannsystem von Schunk eingewechselt werden. Über das pneumatisch geregelte Spannsystem lassen sich einerseits Rohteile fixieren. Andererseits ist es so auch möglich, das Werkstück zu wenden und eine Komplettbearbeitung einzuleiten. Besonders interessant dabei ist, dass sich der Spanndruck über eine M-Funktion variabel einstellen lässt. Die Ansteuerung für das Spannsystem wurde von Fehlmann entwickelt.

Die Zukunft hat bereits begonnen

Die Anforderungen von Toman waren in der Tat sehr individuell. So sollten auch Werkzeuge aus der Fertigungszelle durch den Roboter über die Spindel ein- bzw. ausgewechselt werden. Ein Vorhaben, das – außer bei Fehlmann und P-Cam – bei keinem anderen Anbieter auf Verständnis stieß. Als Teilefertiger muss man allerdings flexibel sein. So zumindest sieht es Fertigungsleiter Herbert Schmidbauer. Für ihn waren Flexibilität und Kompetenz Grundvoraussetzungen für eine Zusammenarbeit: „Wir wissen heute nicht, was nächstes Jahr kommen wird. Wir müssen auch für die Zukunft planen. Im Zusammenhang mit dem Werkzeugwechsel über die Spindel oder dem Rohteil- und Palettenhandling haben wir von Mitbewerbern oft gehört, dass wir das nicht bräuchten. Ich weiß nicht, ob diese Unternehmen nicht konnten oder nicht wollten. Diese Aussagen waren für uns aber ein absolutes K.-o.-Kri­te­ri­um. Ein Beispiel ist die variable Spannkraft, denn beim Schruppen benötige ich einen anderen Spanndruck wie beim Schlichten oder filigranen
Bauteilen. Einzig Fehlmann und Schunk haben sich mit dieser Thematik auseinandergesetzt und entsprechend entwickelt. Das gilt auch für den Werkzeugwechsel über die Spindel oder die Einbindung der etwas älteren 3-Achs-Maschine“, geht Schmidbauer ins Detail. Die Werkzeuge innerhalb der Zelle zu bevorraten, hat den Vorteil, dass der Werkzeugwechsler in der Maschine nicht überdimensioniert sein muss und man auch überlange Werkzeuge bevorraten kann.

So scheint die Investition beim Teilefertiger Toman ein durchgängiges, für die Zukunft ausgerichtetes Konzept zu sein. Zumal die Versa 825 enge Toleranzen von kleiner 1/100 mm zuverlässig und problemlos hält. Allerdings beschäftigt man sich in Wolfratshausen schon wieder mit einer neuen Planung für die Zukunft. Man beabsichtigt die Integration eines Paternosterregals, um damit die gesamte Zelle mit Werkstücken und Werkzeugen zu bestücken. Bleibt nur zu hoffen, dass man mit diesem Vorhaben wieder auf entsprechende Flexibilität trifft.

Aktuell wird bei Toman auf der Versa 825, die laut Toman absolut stabil, zuverlässig und präzise läuft, 18 bis 20 Stunden pro Tag gefräst.
Das Bearbeitungszentrum Versa 825 sollte bei Toman in die bestehende Automation eingebunden werden. Eine Herausforderung, bei der Know-how und Flexibilität der Anbieter Grundvoraussetzungen waren.
Ein großer Vorteil der Versa 825 ist die optimale Zugänglichkeit. Die Dreh-Schwenk-Brücke kannte man bereits von einer Wettbewerbsmaschine.
Die Unternehmen Fehlmann, P-Cam sowie Schunk haben sehr offen, flexibel und gleichzeitig kompetent auf die Anforderungen von Toman reagiert.
Gewünscht war eine variable Spannkraft. Einzig Fehlmann und Schunk haben sich mit dieser Thematik auseinandergesetzt und entsprechend entwickelt.
Die Anforderungen waren sehr individuell. Die Fertigungszelle mit Roboter handelt sowohl Paletten, Rohteile wie Werkstücke.
Geschäftsführer Josef Toman (li.) und Fertigungsleiter Herbert Schmidbauer haben mit der neuen Anlage auch für die Zukunft geplant.
Toman fertigt Bauteile und Baugruppen in einfacher und komplexer Bauweise in Losgrößen von 1 bis zu 10.000 Stück/Jahr.


Bericht in folgenden Kategorien:
Vertikal-Bearbeitungszentren, Roboterlösungen

Special Messe-Specials

Im Gespräch

/xtredimg/2021/Fertigungstechnik/Ausgabe345/24075/web/Daniel_Kafer_2021-04.jpgInitiative Fairness+: Auf Augenhöhe geht’s besser
Spannende Monate liegen hinter vielen Unternehmen des Werkzeug- und Formenbaus. Für viele war es ein anstrengender Spagat zwischen politischem Wirrwarr und industriellem Überlebenskampf. Ein Patentrezept für die Corona-Pandemie und die Zeit danach hat auch Daniel Käfer aus Besigheim-Ottmarsheim nicht: Der geschäftsführende Gesellschafter der Käfer Werkzeugbau GmbH setzt in diesen volatilen Zeiten auf ehrliche Kommunikation mit den 30 Mitarbeitern und auf Fairplay der Auftraggeber. Das Gespräch führte Nikolaus Fecht, freier Redakteur
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren